20 June 2026, 02:13

Wiener Festwochen zwischen Rekordbesuchern und künstlerischen Wagnissen

Wiener Festwochen: Frieden kehrt in den Staat der Götter zurück

Wiener Festwochen zwischen Rekordbesuchern und künstlerischen Wagnissen

Die Wiener Festwochen erlebten in diesem Jahr eine Mischung aus Triumphen und Pannen. Milo Raus ambitionierte Produktion und rekordverdächtige Besucherzahlen dominierten die Schlagzeilen. Künstler setzten mutige Akzente, während manche Aufführungen beim Publikum nicht recht ankamen.

Milo Rau sorgte mit Republik der Götter für Furore – ein fünfwöchiges Spektakel im Rahmen des Festivals. Er bezeichnete es als die „größte Inszenierung aller Zeiten“ und als Weltpremiere. Die Festspiele selbst verzeichneten fast 196.000 Besucher und eine Auslastung von 91 Prozent der verfügbaren Plätze.

Einige Produktionen stachen durch ihre Wirkung besonders hervor. Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben erntete breite Anerkennung. Auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel hinterließen starke Eindrücke. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor entwickelte sich zu einem kraftvollen Manifest gegen Gewalt.

Thorsten Lensings Tanzende Idioten wurde hochgelobt, insbesondere Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau, die besondere Erwähnung fand. Gob Squads Turn erforschte mit Humor das Doppelgänger-Phänomen, wobei ein wiederkehrender Gag über Déjà-vus für Heiterkeit sorgte. Susanne Kennedys Parsifal hingegen litt unter Markus Selgs überwältigenden Digital-Effekten und wirkte dadurch statisch. Nestervals überladene Interpretation der Nibelungensaga vermochte nicht zu überzeugen und brach unter ihrer eigenen Schwere zusammen.

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Das Festival präsentierte eine Bandbreite kühner künstlerischer Visionen – manche glänzten, andere strauchelten. Milo Raus Inszenierung und die hohen Besucherzahlen machten diese Ausgabe besonders bemerkenswert. Die vielfältigen Aufführungen sorgten dafür, dass das Publikum noch lange nach dem Fall des Vorhangs reichlich Gesprächsstoff hatte.

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