18 June 2026, 14:13

Warum sich im deutschen Profifußball weiterhin kein schwuler Spieler outet

Ist er schwul, Alda?

Warum sich im deutschen Profifußball weiterhin kein schwuler Spieler outet

Im deutschen Profifußball gibt es nach wie vor keine geouteten schwulen Spieler in den obersten Ligen. Statistischen Schätzungen zufolge könnten etwa 45 aktive Spieler homosexuell sein – doch keiner von ihnen hat sich bisher geoutet. Die Atmosphäre in den Umkleidekabinen bleibt oft feindselig, mit homophoben Sprüchen und Beleidigungen, die immer wieder gemeldet werden.

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Thomas Hitzlsperger ist bis heute der einzige prominente deutsche Fußballer, der sich als schwul geoutet hat. Das tat er 2014 – nach dem Ende seiner aktiven Karriere. Seine Offenbarung sorgte für große mediale Aufmerksamkeit und wurde vielfach gelobt, auch von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Doch selbst ein ehemaliger Trainer hatte ihm einst davon abgeraten, sich früher zu outen, und vor der öffentlichen Aufmerksamkeit sowie dem Leistungsdruck gewarnt, der damit einhergehen könnte.

Seit Hitzlsperger hat sich kein weiterer Profifußballer in Deutschland geoutet. Marcus Urban, ein ehemaliger Nachwuchsspieler, berät heute schwule Fußballer und hatte für 2024 einen „Coming-Out-Tag“ initiiert – doch kein aktiver Spieler nutzte die Gelegenheit, um sich zu offenbaren. Manche talentierte Sportler verlassen den Fußball sogar ganz, statt sich mit der Belastung des Versteckens oder den möglichen Konsequenzen eines Outings auseinanderzusetzen.

Trainer, Berater und Agenten steuern Karrieren oft mit Blick auf den Marktwert. Das führt dazu, dass sie Spieler davon abhalten, sich zu outen. Christian Dobrick, ein Jugendtrainer beim FC St. Pauli, räumt ein, dass schwule Spieler mit persönlichen Herausforderungen kämpfen, die ihnen Energie rauben – unabhängig von den sportlichen Anforderungen.

Trotz der geschätzten Zahlen gibt es im deutschen Profifußball weiterhin keine geouteten schwulen Spieler. Die Angst vor Reaktionen, der Druck der Karriere und das noch immer ablehnende Umfeld halten viele davon ab, ihre sexuelle Orientierung offen zu leben. Bisher zeigen Bemühungen, diese Kultur zu ändern, kaum sichtbare Wirkung.

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