07 June 2026, 22:15

Vassiliadis fordert radikale Steuerreform für mehr Gerechtigkeit und Investitionen

IG BCE fordert Spitzensteuer nur über 100.000 Euro

Vassiliadis fordert radikale Steuerreform für mehr Gerechtigkeit und Investitionen

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat weitreichende Steuerreformen vorgeschlagen, um die Belastung für Mittelverdiener zu verringern. Sein Plan sieht vor, die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz anzuheben und neue Abgaben auf Superreiche einzuführen. Die Änderungen sollen Schlüsselbereiche wie Infrastruktur und Verteidigung finanzieren, während gleichzeitig die Steuern für Geringverdiener gesenkt werden.

Vassiliadis möchte die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz von derzeit etwa 70.000 Euro auf rund 100.000 Euro Bruttojahreseinkommen anheben. Zudem schlägt er vor, den Spitzensteuersatz selbst um zwei bis drei Prozentpunkte für Einkommen über dieser neuen Grenze zu erhöhen. Seiner Meinung nach würde diese Anpassung die Mittelschicht entlasten, die derzeit übermäßig belastet sei.

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Für Geringverdiener plant er weitere Steuersenkungen oder -befreiungen. Die Gewerkschaft befürwortet zwar weiterhin ein linear-progressives Einkommensteuersystem, lehnt aber die sogenannte „Mittelschichts-Beule“ ab, die viele in höhere Steuerklassen drängt.

Um öffentliche Investitionen zu finanzieren, fordert Vassiliadis höhere Erbschaftssteuern, um Schlupflöcher zu schließen, die von Vermögenden genutzt werden. Zudem schlägt er eine Vermögenssteuer auf Einkommen über 200.000 Euro sowie eine zusätzliche Abgabe für die Allerreichsten vor. Zwar räumt er ein, dass Unternehmen Bedenken wegen höherer Steuern auf Betriebsvermögen haben, argumentiert aber, dass Superreiche mehr beitragen müssten, um die langfristige wirtschaftliche Stabilität zu sichern.

Seine Logik ist klar: Wenn die Reichsten ihren fairen Anteil zahlen, können die Mittel in Infrastruktur und Verteidigung fließen – und so langfristig auch Unternehmen stärken. Die Vorschläge würden die Steuerlast stärker auf Spitzenverdiener und große Erbschaften verlagern. Während Mittelverdiener mit niedrigeren Steuern rechnen könnten, müssten die Vermögendsten höhere Abgaben leisten. Vassiliadis betont, dass diese Maßnahmen notwendig seien, um das System auszubalancieren und essentielle öffentliche Dienstleistungen zu finanzieren.

Quelle