17 March 2026, 02:14

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt

Liniendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt

UniCredit hat ein Übernahmeangebot für die Commerzbank in Höhe von 35 Milliarden Euro vorgelegt und bietet den Aktionären 30,80 Euro pro Aktie. Der Schritt stößt auf starken Widerstand der deutschen Bundesregierung, die mit 12 Prozent an der Bank beteiligt ist. Derweil verzeichnete der DAX am frühen Nachmittag einen moderaten Anstieg von 0,53 Prozent und schloss bei 23.574 Punkten.

Das formelle Übernahmeangebot, das für Mai erwartet wird, sieht ein Umtauschverhältnis von 0,485 neuen UniCredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie vor. Seit der ersten Ankündigung des Angebots im vergangenen Monat lehnt die Bundesregierung die Pläne konsequent ab. Bundeskanzler Friedrich Merz betont weiterhin die Notwendigkeit einer "starken und unabhängigen Commerzbank". Trotz des offiziellen Vorschlags von UniCredit am Montag gibt es keine Anzeichen für eine Lockerung dieser Haltung.

Die Offerte hat bereits eine Markt Reaktion ausgelöst: Die Commerzbank-Aktie stieg um fast 10 Prozent. Dieser Anstieg trug zwar zur Belebung des gesamten DAX bei, doch der Index notiert weiterhin etwa 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.698 Punkten. Analysten zufolge wird die kurzfristige Entwicklung des Marktes maßgeblich von den politischen und unternehmerischen Reaktionen auf den Übernahmeversuch abhängen.

Die Ablehnung des Deals beschränkt sich nicht auf die Regierung. Der Betriebsrat der Commerzbank verurteilte das Angebot als schädlich für das Unternehmen, während die Gewerkschaft Verdi vor möglichen Stellenstreichungen warnte. Beide schließen sich der Regierung in ihrem Widerstand gegen die Übernahme an.

In anderen Bereichen des DAX verzeichneten Bayer nach positiven Studienergebnissen Kursgewinne, und auch Siemens Energy legte zu. Steigende Ölpreise belasteten jedoch aktien von reisebezogenen Unternehmen: Höhere Kerosinkosten drückten die Papiere von Lufthansa und TUI nach unten.

Das Ergebnis des Übernahmeangebots bleibt ungewiss, da sich sowohl die Bundesregierung als auch zentrale Stakeholder weiterhin vehement dagegenstellen. Der Aktienkurs der Commerzbank hat bereits stark reagiert, doch die allgemeine Performance des DAX hinkt weiterhin hinter den jüngsten Durchschnittswerten her. Das formelle Angebot im Mai wird voraussichtlich die nächsten Schritte für beide Unternehmen und den Markt bestimmen.

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