Thyssenkrupp-Aktie stürzt auf Rekordtief – Ölpreise und Billigimporte belasten den Konzern
Theo SchmitzThyssenkrupp-Aktie stürzt auf Rekordtief – Ölpreise und Billigimporte belasten den Konzern
Thyssenkrupp-Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro
Der Kurs der Thyssenkrupp-Aktie ist auf ein neues 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro gefallen – ein drastischer Rückgang um fast 44 Prozent seit dem Höchststand im Oktober. Der Industriekonzern kämpft mit steigenden Produktionskosten und einem deutlichen Vertrauensverlust bei den Anlegern.
Die Probleme des Unternehmens haben sich im vergangenen Monat weiter verschärft: Die Aktie verlor rund 31 Prozent an Wert. Die stark gestiegenen Ölpreise treiben die Produktionskosten in die Höhe und belasten die Finanzlage zusätzlich. Die Nordsee-Sorte Brent notiert derzeit bei etwa 113 US-Dollar pro Barrel, während der Preis für OPEC-Öl auf 143 Dollar geklettert ist.
Der Preisanstieg bei Öl folgt auf die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, wo US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran den Brent-Preis seit Beginn der Krise um über 100 Dollar pro Barrel nach oben getrieben haben. Zuletzt erreichte er mit 118 bis 119 Dollar ein Niveau, das 34 bis 40 Prozent über dem Stand vor der Krise liegt. Diese Entwicklung erinnert an den Preisschub im Jahr 2022 nach Russlands Angriff auf die Ukraine, als die Ölpreise innerhalb weniger Wochen ebenfalls um etwa 50 Prozent stiegen.
Auch die französischen Standorte von Thyssenkrupp sind von Produktionskürzungen betroffen, unter anderem wegen zunehmender Billigimporte. Unterdessen reagiert die deutsche Regierung auf die Energiekrise mit einem geplanten Entlastungspaket für Spritpreise und der Freigabe staatlicher Ölreserven. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte zudem den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 infrage – ein mögliches Zeichen für kommende politische Kurswechsel.
Der aktuelle Aktienkurs spiegelt die Tiefe der Krise bei Thyssenkrupp wider, ohne dass sich kurzfristig eine Besserung abzeichnet. Solange die Ölpreise hoch bleiben und die geopolitischen Spannungen anhalten, steht das Unternehmen weiter unter finanziellen Druck. Die Maßnahmen der Regierung könnten zwar etwas Entlastung bringen, doch die gesamtwirtschaftlichen Folgen bleiben ungewiss.






