Thailands wilde Tiger kehren zurück – doch Gefangenschaft bleibt ein Skandal
Theo SchmitzThailands wilde Tiger kehren zurück – doch Gefangenschaft bleibt ein Skandal
Thailands wilde Tigerpopulation erholt sich langsam – doch in Gefangenschaft bleibt die Lage prekär
In Thailands geschützten Gebieten leben heute wieder etwa 200 bis 250 wilde Tiger. Die langsame Erholung folgt auf Jahre der fast vollständigen Ausrottung und ist das Ergebnis verstärkter Artenschutzmaßnahmen. Doch während die Bestände in freier Wildbahn wachsen, bleibt die Haltung von Tigern in Einrichtungen wie dem Tiger Park in Pattaya umstritten.
Im Tiger Park von Pattaya erfüllt ein tiefer, dröhnender Brülllaut die Luft, während sich Besucher versammeln. Touristen dürfen hier Tiger streicheln – darunter auch die einjährige Tigerin Nivea. Hinter den Kulissen jedoch kritisieren Tierschützer die Praktiken des Parks scharf. Die Tiere würden oft durch brutale Dressur von Geburt an gefügig gemacht und könnten in der Wildnis nicht überleben. Zudem bedrohen Inzucht und Krankheiten ihre Gesundheit: Allein in zwei Einrichtungen im Norden Thailands starben im vergangenen Jahr 72 Tiger an Infektionen und Staupe.
Verdächtigungen, dass einige der Gefangenschaftstiger in den illegalen Handel mit Tigerprodukten geraten, halten sich hartnäckig. Erst kürzlich besuchte eine chinesische Familie den Park – der Vater gab später zu, dass ihm der Besuch Unbehagen bereitet habe. Unterdessen verweisen Naturschützer auf Fortschritte in freier Wildbahn: Durch verstärkte Anti-Wilderer-Patrouillen und die Renaturierung von Lebensräumen ist die Population in den letzten zehn Jahren um 30 bis 50 Prozent gewachsen.
Wilde Tiger Thailands sind heute auf Schutzgebiete wie Huai Kha Khaeng und den Western Forest Complex angewiesen. Kamerafallen und internationale Kooperationen dokumentieren weiterhin ihre Erholung. Doch für Tiger in Gefangenschaft bleiben die Sorgen um Tierwohl, Krankheiten und illegalen Handel bestehen.






