Technologiekonzern kämpft mit Kurssturz und schwacher Prognose für 2026
Hannah BrandtTechnologiekonzern kämpft mit Kurssturz und schwacher Prognose für 2026
Ein großer Technologiekonzern hat ein turbulenes Jahr hinter sich: Der Aktienkurs stürzte in den vergangenen zwölf Monaten um fast 65 Prozent ab. Erst kürzlich erreichte die Aktie mit 4,48 Euro ein 52-Wochen-Tief – ein deutlicher Spiegel der anhaltenden finanziellen Herausforderungen. Trotz der Rückschläge verzeichnet das Unternehmen im Geschäftsbereich Enterprise jedoch ein kräftiges Wachstum.
Die Schwierigkeiten des Konzerns traten noch klarer zutage, als er seine Prognose für 2026 nach unten korrigierte. Das währungsbereinigte Umsatzwachstum wird nun nur noch mit 0 bis 3 Prozent erwartet, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 43 Prozent. Ein zentraler Grund für diese Abschwächung ist die Übernahme des britischen Softwareunternehmens 1E im Jahr 2024, die Anfang 2026 voraussichtlich zu einem einmaligen Kundenverlust in Höhe von rund 8 Millionen Euro führen wird.
Auch im traditionellen Segment der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gab es einen leichten Umsatzrückgang, was den Druck weiter erhöhte. Gleichzeitig stieg die Abwanderungsrate im letzten Quartal auf 16,4 Prozent – eine Verbesserung ist vor Mitte 2026 unwahrscheinlich. Diese Herausforderungen fallen in eine Phase, in der das Unternehmen vom MDAX in den SDAX wechselt, was Indexfonds möglicherweise zu Portfolioanpassungen veranlassen wird.
Doch nicht alle Bereiche kämpfen mit Problemen: Die jährlichen wiederkehrenden Erträge (Annual Recurring Revenue, ARR) im Enterprise-Segment legten um 11 Prozent zu und erreichten 241 Millionen Euro. Ein Höhepunkt war ein Rekorddeal in den USA, der das Kerngeschäft mit Unternehmen um 19 Prozent steigerte. Die Unternehmensführung setzt weiterhin auf Innovation und führt neue Integrationen mit Microsoft Intune ein. Zudem arbeitet man mit Cybus an Lösungen für erweiterte Realität (Augmented Reality).
Für Investoren sind 2026 drei Termine besonders relevant, die weitere Klarheit bringen könnten: der Jahresfinanzbericht im März, die Quartalszahlen für Q1 im Mai und die Hauptversammlung im Juni. Diese Meilensteine dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die Position des Unternehmens neu bewertet.
Der Kursverfall und die Umsatzwarnungen unterstreichen die anhaltenden Probleme – vor allem im KMU-Bereich. Gleichzeitig expandiert das Enterprise-Segment weiter, gestützt durch Großaufträge und Produktinnovationen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Stärken die allgemeinen finanziellen Gegenwinde ausgleichen können.