20 April 2026, 16:18

Streit um Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss entbrennt im Bundestag

Schwarzes und weißes Plakat mit dem Text "Jeder zahlt, aber wenige profitieren von Kinderarbeit" mit einer Gruppe von Menschen, die gegen Kinderarbeit in den USA eintreten.

Streit um Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss entbrennt im Bundestag

Vorschläge zur Kürzung der Unterhaltsvorschusszahlungen haben im Bundestag heftigen Widerstand ausgelöst. Kommunale Spitzenverbände hatten eine Reduzierung der Leistungen vorgeschlagen und dabei die steigenden Kosten als Begründung angeführt. Politiker mehrerer Parteien verurteilten den Vorstoß jedoch als schädlich für bedürftige Familien.

Die Zahlungen unterstützen Alleinerziehende, wenn der andere Elternteil keinen finanziellen Unterhalt leistet. Kritiker warnen, dass jede Kürzung benachteiligte Kinder treffen und langfristig höhere Kosten verursachen würde.

Die Debatte folgt einer Reform aus dem Jahr 2017, die den Anspruch auf Unterhaltsvorschuss erweiterte. Damals wurde das Höchstalter für die Unterstützung von 12 auf 18 Jahre angehoben und die bisherige sechjährige Bezugsdauer aufgehoben. Seither haben sich die Ausgaben nach Angaben der Kommunen vervierfacht.

Als Reaktion schlagen lokale Behörden nun Kürzungen vor, um die finanzielle Belastung zu verringern. Doch der Vorschlag stieß auf sofortige Ablehnung. Jasmina Hostert, familienpolitische Sprecherin der SPD, lehnte die Pläne kategorisch ab. Misbah Khan, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, warnte, dass Einschnitte Kinder und ihre Eltern hart treffen würden.

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Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion, nannte den Vorstoß "eine absolute Unverschämtheit". Sie argumentierte, dass Kürzungen jetzt langfristig zu höheren Ausgaben führen könnten. Auch Martin Reichardt, familienpolitischer Sprecher der AfD, lehnte den Plan ab, schlug jedoch vor, an anderer Stelle zu sparen – etwa bei der Ukraine-Hilfe oder bei Maßnahmen gegen illegale Migration.

Die geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss bleiben hochumstritten. Politiker aller Parteien verteidigen das Programm einhellig und betonen seine Bedeutung für Alleinerziehende. Da es keine Einigung über alternative Einsparmöglichkeiten gibt, wird die Diskussion voraussichtlich in den kommenden Wochen weitergehen.

Quelle