RENK feiert Rekordumsatz – doch die F126-Fregatten bremsen die Aktie aus
Anna SchmittRENK feiert Rekordumsatz – doch die F126-Fregatten bremsen die Aktie aus
RENK meldet starke Finanzzahlen für 2025 – Rekordumsatz und deutlicher Gewinnanstieg, doch die Aktie bleibt weit unter dem Vorjahreshoch. Gleichzeitig belastet die Unsicherheit um das verzögerte F126-Fregattenprogramm der Deutschen Marine die Rüstungsbranche.
RENK hat in seinem jüngsten Geschäftsbericht für 2025 einen Umsatz von 1,37 Milliarden Euro ausgewiesen – der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 101 Millionen Euro, während der Auftragsbestand auf 6,68 Milliarden Euro anwuchs. Die Aktionäre profitieren zudem von einer um 38 Prozent erhöhten Dividende in Höhe von 0,58 Euro pro Aktie; der Ex-Dividendentag ist auf den 11. Juni 2026 festgelegt. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit weiterem Wachstum und prognostiziert einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Die nächste Quartalsaktualisierung steht für den 6. Mai 2026 an.
Doch die Anleger bleiben verhalten. Der Aktienkurs von RENK notiert derzeit bei rund 51,89 Euro – mehr als 40 Prozent unter dem Höchststand vom Oktober 2025 und unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 62,57 Euro. Der Rückgang spiegelt die allgemeine Verunsicherung in der Rüstungsbranche wider, insbesondere im Zusammenhang mit dem F126-Fregattenprogramm.
Das F126-Projekt, das größte Neubauvorbaben der Deutschen Marine, sieht ein Budget von 10 Milliarden Euro für sechs U-Jagd-Fregatten vor. Ursprünglich unter der Führung von Damen Naval, leidet das Programm unter einer vierjährigen Verzögerung aufgrund von Softwareproblemen. Rheinmetall, das nach der Übernahme der NVL Group nun als potenzieller Hauptauftragnehmer gilt, will die Lieferungen beschleunigen und strebt die Indienststellung der ersten Fregatte bis Ende 2031 an. Damit setzt sich ein Muster fort, das bei früheren Bundeswehr-Projekten häufig zu beobachteten war: Verzögerungen und Kostenexplosionen.
Das Verteidigungsministerium prüft derzeit Rheinmetall sowie einen weiteren Bieter und will bis Ende April eine Entscheidung treffen. Die Vertragsvergabe könnte bereits in diesem Sommer erfolgen. Die anhaltende Unsicherheit hat jedoch bereits Spuren hinterlassen: Die RENK-Aktie verlor etwa drei Prozent, während ThyssenKrupp Marine Systems fast sieben Prozent einbüßte.
Trotz der soliden Finanzkennzahlen – steigende Gewinne und ein wachsender Auftragsbestand – kämpft der RENK-Aktienkurs weiterhin mit den Folgen der Branchenzweifel. Eine baldige Entscheidung über den Hauptauftragnehmer für das F126-Programm könnte sowohl Klarheit über den Projektzeitplan als auch eine stabilere Marktperspektive für den Sektor bringen.






