RAW-Fläche in Berlin: Investor droht mit Ende der legendären Clubkultur
Anna SchmittRAW-Fläche in Berlin: Investor droht mit Ende der legendären Clubkultur
Berlins kultige RAW-Fläche steht vor einem radikalen Wandel: Investor Kurth drängt auf Umwandlung des Geländes in Wohnraum
Der familiengeführte Immobilienentwickler Kurth, der das Gelände seit 2015 besitzt, will die legendären Clubs und Kulturstätten der RAW-Fläche durch Wohnungen ersetzen. Betroffen wären langjährige Einrichtungen wie das Crack Bellmer und die Cassiopeia, die nach den neuen Plänen schließen müssten.
Bereits jetzt leitet Kurth die Räumung des Areals ein: Kurzfristige Mietverträge mit mehreren Clubs wurden nicht verlängert, und Betreiber wie das Bar zum Schmutzigen Hobby oder der Lokschuppen verloren ihre Genehmigungen – ihre weitere Nutzung ist damit rechtswidrig. Zudem fordert der Investor eine beschleunigte Prüfung von Brandschutz- und Lärmschutzauflagen, um sein Wohnprojekt voranzutreiben.
Ein Entwurf für einen Kompromiss sieht vor, dass Kurth das Gelände unter stark subventionierten Bedingungen für Clubs und Kultur nutzen könnte – allerdings nur für mindestens 30 Jahre. Doch das Unternehmen hat informell ein Ultimatum gesetzt: Bis Ende dieses Monats soll eine Entscheidung fallen, was den Druck auf den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg erhöht. Die Clubbetreiber, die sich nicht verdrängen lassen wollen, fordern eine klare und verbindliche Lösung des Konflikts.
Als Protest gegen die Pläne organisieren Aktivisten für diesen Samstag eine Demonstration in Form einer Rave-Veranstaltung. Unterstützung erhalten sie von lokalen Parteien wie SPD, Grünen und der Linken. Trotz des Widerstands zeigt sich Kurth entschlossen, sein Vorhaben umzusetzen – obwohl die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg bereits Wohnungsbau auf dem Gelände untersagt hat.
Die Zukunft der RAW-Fläche steht auf dem Spiel: Droht das Ende der Kulturstätten, oder kann der Protest ihre Identität bewahren? Falls Kurths Pläne durchgesetzt werden, könnten die historischen Orte für immer verschwinden – es sei denn, es gelingt bis zu seiner Frist eine Einigung.






