15 May 2026, 16:19

Pflegeversicherung droht 22-Milliarden-Loch – wer zahlt die Zeche?

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Insulinkosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo darüber.

Pflegeversicherung droht 22-Milliarden-Loch – wer zahlt die Zeche?

Deutschlands Pflegeversicherung steuert auf ein 22-Milliarden-Euro-Defizit zu – und das bereits in zwei Jahren. Ohne Kurskorrekturen wird die finanzielle Belastung die Bewohner von Pflegeheimen dazu zwingen, tausende Euro mehr zu zahlen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken arbeitet nun an einem Sparpaket, um die Krise in den Griff zu bekommen.

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Aktuell zahlen Heimbewohner im Schnitt rund 3.200 Euro im Monat, wobei die Zuschüsse mit der Dauer des Aufenthalts steigen. Doch nach Warkens Reformplänen soll die maximale Kostenübernahme nach viereinhalb Jahren bei 70 Prozent gedeckelt werden. Diese Verzögerung bei der Erhöhung der Zuschüsse würde die Bewohner mit zusätzlichen 161 Euro monatlich belasten, wie der Forscher Heinz Rothgang berechnet hat. Langfristig könnte die Gesamtbelastung pro Person fast 20.000 Euro erreichen.

Der Vorstandsvorsitzende der gesetzlichen Krankenversicherung, Andreas Storm, fordert Warken auf, die Kürzungen zu überdenken. Er warnt, dass die Reduzierung der Unterstützung für stationäre Pflege und die Verschiebung der Zuschusszahlungen die bestehende Krise weiter verschärfen würden. Storm geht zudem davon aus, dass der Plan der Ministerin auch eine Halbierung der Rentenansprüche für pflegende Angehörige vorsieht – was die ohnehin schon stark belasteten Familien zusätzlich unter Druck setzen würde.

Warken will das vollständige Sparpaket voraussichtlich bis Mitte Mai vorlegen. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Finanzen des Systems zu stabilisieren, bergen jedoch das Risiko, die Last noch stärker auf die Bewohner und ihre Angehörigen abzuwälzen.

Die Reformen würden zwar das 22-Milliarden-Defizit verringern, doch zu einem hohen Preis für die Heimbewohner. Durch gekürzte und verzögerte Zuschüsse könnten viele mit monatlichen Mehrkosten von mehreren hundert Euro konfrontiert werden. Die endgültige Entscheidung liegt bei Ministerin Warken, die ihren Plan in den kommenden Wochen vorstellen wird.

Quelle