10 May 2026, 16:14

Pflegereform droht höhere Kosten für Betroffene und Angehörige zu bringen

Alte Frau im Krankenhausbett liegend mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf den H"anden ruhend, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Pflegereform droht höhere Kosten für Betroffene und Angehörige zu bringen

Debatte über Reformen der Pflegeversicherung: Sorge vor höheren Belastungen für Betroffene und Angehörige

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Die Reformen des deutschen Pflegeversicherungssystems stehen in der Kritik – vor allem wegen der befürchteten steigenden Kosten für Pflegebedürftige und ihre Familien. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird Mitte Mai einen Entwurf vorlegen, doch Kritiker warnen, dass die geplanten Änderungen die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige weiter verschärfen könnten.

Ein zentraler Vorschlag sieht vor, die Senkung der Eigenbeteiligung für Heimbewohner hinauszuzögern. Statt nach zwölf Monaten sollen die Betroffenen künftig 18 Monate warten müssen, bis sich ihre Zuzahlungen verringern. Zwar könnte dies kurzfristig Entlastung für das System bringen, doch es gefährdet das schrittweise Entlastungsmodell, das bereits gilt.

Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, sprach sich entschieden gegen weitere Kostenerhöhungen in der stationären Pflege aus. Gleichzeitig betonte sie, dass Reformen weder die beitragsfreie Familienmitversicherung noch die nach Kinderzahl gestaffelten Beiträge oder die Rentenabsicherung für pflegende Angehörige antasten dürften. Das System basiert maßgeblich auf generationenübergreifender Solidarität – der Großteil der Pflege wird nach wie vor von Familienmitgliedern geleistet.

Welskop-Deffaa warnte, die geplante Regelung könnte dazu führen, dass Menschen ihr Vermögen vorab auf Kinder oder Enkel übertragen, um im Pflegefall abgesichert zu sein. Das Bundesverfassungsgericht hatte bereits entschieden, dass der Generationengerechtigkeit in der Pflegeversicherung ein höheres Gewicht zukommen muss als in anderen Zweigen der Sozialversicherung. Der Caritasverband fordert zudem eine stärkere Unterstützung für pflegende Angehörige, die den Löwenanteil der Care-Arbeit tragen.

Ziel der Reformvorschläge ist es, die finanzielle Schieflage der Pflegeversicherung zu mildern. Kritiker befürchten jedoch, dass die Kosten stattdessen auf die Betroffenen und ihre Familien abgewälzt werden. Der für Mitte Mai erwartete Entwurf wird zeigen, ob die Bedenken berücksichtigt und nachgebessert wird.

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