Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken – was steckt hinter dem Trend?
Weniger Berufstätige pendeln zur Arbeit über die Landesgrenzen Sachsen-Anhalts. Stand Juni 2025 sind sowohl die Zu- als auch die Fortpendlerzahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Der Trend spiegelt größere Verschiebungen auf den regionalen Arbeitsmärkten und in der Verkehrspolitik wider.
Mitte 2025 arbeiteten etwa 75.700 Beschäftigte aus anderen Bundesländern in Sachsen-Anhalt – ein leichter Rückgang gegenüber den vorherigen Zahlen. Die größte Gruppe kam aus dem Nachbarland Sachsen, gefolgt von Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Rund 5.400 Pendler reisten zudem aus dem Ausland an, um im Land zu arbeiten.
Gleichzeitig pendelten etwa 148.000 Einwohner Sachsen-Anhalts in Jobs außerhalb des Bundeslandes – 600 weniger als im Vorjahr. Die meisten von ihnen waren in der Fertigungsindustrie, im Einzelhandel, in der Fahrzeugwartung, der Logistik oder im Baugewerbe tätig. Sachsen, Niedersachsen und Thüringen blieben die wichtigsten Ziele für diese auswärts Beschäftigten.
Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, führte den Rückgang auf eine schwächere Arbeitsmarktentwicklung zurück. In den vergangenen drei Jahren haben auch die Nachbarländer Anreize geschaffen, um Pendler anzulocken. Brandenburg erweiterte 2023 das Deutschlandticket, um grenzüberschreitende Fahrten zu fördern, während Thüringen 2024 das Pendlergeld auf 38 Cent pro Kilometer erhöhte. Investitionen in den Regionalverkehr, wie die Elektrifizierung der Saalbahn 2025, sollten zusätzlich Arbeitskräfte aus Sachsen-Anhalt anziehen.
Insgesamt pendelt mittlerweile etwa jeder fünfte erwerbstätige Einwohner des Landes für die Arbeit über die Landesgrenzen hinweg.
Der leichte Rückgang beim grenzüberschreitenden Pendeln unterstreicht die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt Sachsen-Anhalts. Angesichts verbesserter Verkehrsverbindungen und finanzieller Anreize in den Nachbarländern könnte sich die Pendlerbewegung in den kommenden Jahren weiter verschieben. Die Daten spiegeln sowohl die wirtschaftliche Lage als auch politisch gesteuerte Anpassungen in der Region wider.