Ostdeutschlands Chemieindustrie kämpft um Überleben – Produktion bricht ein
Greta KochOstdeutschlands Chemieindustrie kämpft um Überleben – Produktion bricht ein
Ostdeutschlands Chemieindustrie steckt in immer tieferen Schwierigkeiten – Produktion bricht ein
Die Krise begann mit dem Energieschock, den der Russland-Ukraine-Krieg 2022 auslöste. Seither setzen hohe Energie- und Rohstoffkosten, strengere Vorschriften sowie harter globaler Wettbewerb die Branche unter Druck. Die traditionelle Chemieproduktion in der Region ging im vergangenen Jahr um etwa 3 Prozent zurück, während die Kapazitätsauslastung im Schnitt nur noch bei 72 Prozent lag.
Der kombinierte Umsatz der Chemie- und Pharmabranche erreichte 2025 zwar 28,5 Milliarden Euro – doch der leichte Anstieg um 0,5 Prozent ging allein auf das Konto der Pharmazie. Die eigentliche Chemieindustrie hat hingegen Stellen abgebaut und beschäftigt noch rund 63.000 Beschäftigte, wobei mit weiteren Kürzungen gerechnet wird.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die mögliche Rettung des Chemieunternehmens Domo am Standort Leuna, das derzeit in der Insolvenz steckt. Ein geplanter Deal sieht vor, dass der Betreiber InfraLeuna und das Unternehmen Leuna-Harze zwei notleidende Tochtergesellschaften übernehmen. Gelingt dies, könnte es ein positives Signal für die angeschlagene Branche sein.
Doch die Stimmung bleibt gedrückt. Nur etwa 10 Prozent der Unternehmen erwarten kurzfristig eine Besserung – die Aussichten für die Industrie sind allenfalls verhalten. Trotz der möglichen Rettung von Domo bleibt Ostdeutschlands Chemiesektor stark unter Druck: Produktion, Umsätze und Beschäftigung sind nun bereits das dritte Jahr in Folge rückläufig. Angesichts nach wie vor hoher Energiekosten und scharfer internationaler Konkurrenz bleibt der Weg zur Erholung für die Chemieunternehmen der Region ungewiss.






