Netzebands Theatersommer wird 30 – mit Puppen, Pavarotti und Naturidyll
Greta KochNetzebands Theatersommer wird 30 – mit Puppen, Pavarotti und Naturidyll
Netzeband bereitet sich auf eine neue Saison seines berühmten Sommerfestivals vor
Das kleine Dorf Netzeband rüstet sich für eine weitere Auflage seines renommierten Theatersommers. Das Theatersommer-Festival Netzeband, 1994 vom Schauspieler und Regisseur Frank Matthus ins Leben gerufen, hat sich längst zu einem kulturellen Höhepunkt der Region entwickelt. In diesem Jahr findet das Event von Mitte Juni bis Ende August statt – mit Freilichtaufführungen und neuen groß angelegten Produktionen.
Vor über drei Jahrzehnten gab ein Aufruf den Anstoß: Die Dorfgemeinschaft sammelte sich, um aus Alltagsgegenständen Puppen zu basteln. Diese Figuren werden seither in den Aufführungen von Dylan Thomas’ Unter dem Milchwald eingesetzt. Das Stück, das im fiktiven Fischerdorf Llareggub spielt, ist bis heute ein fester Bestandteil des Festivals.
Zum Erfolg der Veranstaltung hat auch der Landschaftsarchitekt Horst Wagenfeld maßgeblich beigetragen. Er rettete die örtliche Kirche und die Dorfkneipe vor dem Verfall, gestaltete das Gelände zu einem grünen Amphitheater um – heute der Schauplatz der Festivals, darunter das anstehende Opernspektakel Die Nacht des Schicksals mit aufgenommenen Arien von Luciano Pavarotti.
Der in den USA geborene Tenor J. Warren Mitchell wird ebenfalls in der Netzebander Temnitz-Kirche auftreten. Umrahmt wird das Festival von der Kyritz-Ruppiner Heide, einst Militärübungsplatz, heute eine natürliche Kulisse. Das Gebiet beherbergt 79 Vogelarten, davon 28 gefährdete – ihr Gesang ist zu hören, sobald der Regionalexpress 6 den Bahnhof Netzeband verlässt.
Frank Matthus treibt die Entwicklung des Festivals mit ehrgeizigen Plänen voran. Neue Produktionen und Aufführungen sollen noch mehr Besucher nach Netzeband locken. Das Festival bleibt ein Beweis für den Erfindergeist und den Gemeinschaftssinn des Dorfes.
