14 April 2026, 18:16

NDR kämpft um Enthüllungen: Der ungelöste Fall Julian Reichelt und die Bild-Affäre

Cartoon-Illustration einer Gerichtsszene mit dem Titel "Boney's Trial, Sentence, and Dying Speech Europe's Injuries Revenged", die eine Gruppe von Menschen mit einer zentralen stehenden Figur und einem Tisch mit Gegenständen auf der rechten Seite zeigt.

NDR kämpft um Enthüllungen: Der ungelöste Fall Julian Reichelt und die Bild-Affäre

Der Rechtsstreit um die Vorwürfe gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt gewinnt erneut an Brisanz. Fast vier Jahre, nachdem der Spiegel erstmals Fehlverhaltensvorwürfe aufgedeckt hatte, bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Nun drängt der Rundfunksender NDR auf eine vollständige Gerichtsverhandlung, um zensierte Passagen seiner Berichterstattung wiederherzustellen – und die Wahrheit hinter den Anschuldigungen zu belegen.

Im Mittelpunkt des Streits steht ein Bericht der Sendung Reschke Fernsehen aus dem Jahr 2023, der Reichelt schwerwiegenderes Fehlverhalten bei Bild vorwarf, als frühere Berichte nahelegten. Das Magazin behauptete, er habe Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt und seine Position missbraucht. Reichelt wies die Vorwürfe entschlossen zurück und erwirkte eine einstweilige Verfügung, die den ARD zwang, kritische Abschnitte der Sendung zu schwärzen. Das Video ist inzwischen aus der ARD-Mediathek verschwunden, da die zweijährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist.

Der NDR treibt den Fall nun in ein Hauptverfahren voran, mit dem Ziel, die Schwärzungen aufzuheben und die Richtigkeit der Berichterstattung zu bestätigen. Der Sender plant, Zeugen zu laden, darunter eine Frau, die angibt, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt. Eine öffentliche Prüfung dieser Aussagen könnte für den Bild-Verlag Axel Springer unangenehm werden – insbesondere, da einige Frauen berichten, nach ihren Enthüllungen berufliche Nachteile erlitten zu haben.

Der Prozess zieht sich hin, was für das ohnehin langsame deutsche Justizsystem typisch ist, in dem presserechtliche Auseinandersetzungen oft Jahre dauern. Noch im Frühling 2026 bleiben grundlegende Fragen offen: Wie viele Affären Reichelt mit Untergebenen hatte, ob er seine Macht ausnutzte und warum frühere Untersuchungen Lücken in der Aufklärung ließen.

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Die anstehenden Gerichtsverhandlungen könnten eine längst überfällige Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Reichelt erzwingen. Sollte der NDR Erfolg haben, könnte die wiederhergestellte Berichterstattung neue Details ans Licht bringen – darunter Aussagen von Frauen, die behaupten, beruflich benachteiligt worden zu sein. Die Entscheidung wird davon abhängen, ob die Gerichte das Recht des Senders auf Veröffentlichung bestätigen oder Reichelt in seiner Leugnung von Fehlverhalten Recht geben.

Quelle