30 March 2026, 10:18

Massive Proteste gegen sexualisierte Gewalt nach Ulmen-Enthüllungen in Köln und Bonn

Eine Gruppe von Menschen auf einer Straße mit einem Banner, auf dem steht: 'Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine widerstehe Feminist', mit einem Fahrrad in der Nähe und Luftballons im Hintergrund bei klarem blauem Himmel.

Massive Proteste gegen sexualisierte Gewalt nach Ulmen-Enthüllungen in Köln und Bonn

Tausende Menschen gingen am Wochenende in Köln und Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstrationen folgten einer Der-Spiegel-Untersuchung, die jahrelange mutmaßliche digitale Misshandlungen des Schauspielers Christian Ulmen gegen seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, aufdeckte. Der Fall hat die öffentliche Empörung neu entfacht und Forderungen nach entschlossenerem Vorgehen gegen Frauenfeindlichkeit laut werden lassen.

Die Proteste begannen am Samstag in Köln, wo mehr als 5.000 Menschen durch die Innenstadt zogen. Viele trugen Schilder, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf Cindy Laupers "Girls Just Wanna Have Fun".

Am folgenden Tag versammelten sich über 500 Demonstrant:innen auf dem Bonner Marktplatz vor dem alten Rathaus. Die Kundgebung wurde von einem Bündnis lokaler Parteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Redner:innen forderten, dass Männer mehr Verantwortung im Kampf gegen frauenfeindliche Einstellungen übernehmen müssen.

Auslöser für die Proteste war eine Der-Spiegel-Recherche, die Ende 2025 veröffentlicht wurde und in der Fernandes Ulmen vorwarf, über ein Jahrzehnt hinweg gefälschte Profile angelegt und pornografische Deepfakes von ihr verbreitet zu haben. Anfang 2026 bestätigten Staatsanwälte in Itzehoe erste Verdachtsmomente auf Stalking und nahmen die Ermittlungen wieder auf. Zudem wurden am 2. Dezember 2025 in Palma de Mallorca separate Vorermittlungen eingeleitet.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Bei der Bonner Demonstration kritisierte Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen Äußerungen zum Thema. Die Proteste spiegelten die weitverbreitete Frustration wider – besonders im Rheinland –, über die anhaltende digitale und sexualisierte Gewalt.

Die Kundgebungen in Köln und Bonn zogen Tausende an und zeigen den wachsenden öffentlichen Druck für rechtliche und gesellschaftliche Veränderungen. Die Behörden haben die Ermittlungen zu Fernandes' Vorwürfen wiederaufgenommen, während Aktivist:innen weiterhin für besseren Schutz vor digitaler Gewalt kämpfen. Der Fall ist zu einem Kristallisationspunkt in der deutschen Debatte über Gewalt gegen Frauen geworden.

Quelle