29 June 2026, 10:13

Massenrücktritt der Mittelstandsunion in Hof: Warum die CSU-Nähe zum Problem wurde

Löst sich der Mittelstandsunion auf? Vorstand im bayerischen Bezirk tritt zurück

Massenrücktritt der Mittelstandsunion in Hof: Warum die CSU-Nähe zum Problem wurde

Der gesamte Vorstand der Mittelstandsunion im bayerischen Landkreis Hof ist zurückgetreten. Die Mitglieder sahen sich nicht mehr in der Lage, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unter der Marke der CSU glaubwürdig zu vertreten. Ihre Entscheidung folgt einer wachsenden Frustration über mangelnden Einfluss und fehlende Auseinandersetzung mit den Anliegen des Mittelstands.

Die Vorstandsmitglieder traten nach reiflicher Überlegung zurück – nicht als Protest gegen Einzelpersonen, sondern wegen wiederholter Vorfälle, bei denen Entscheidungen über KMU ohne ihre Mitwirkung getroffen wurden. Ihre Kritik richtete sich dabei nicht nur auf lokale Missstände, sondern auch auf einen generellen Rückgang der Aufmerksamkeit für Mittelstandsthemen auf regionaler und Landesebene.

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Michael Kretzer, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Mittelstandsunion in Oberfranken und Vorsitzender des Hof-Kreisverbands, hatte bereits vor zwei Wochen sowohl sein Amt in der Organisation als auch seine Mitgliedschaft in der CSU niedergelegt. Unternehmer in der Union fühlten sich zunehmend an den Rand gedrängt, mit Klagen über vorab festgelegte Beschlüsse und fehlende offene Debatten. Zu den konkreten Unzufriedenheitspunkten zählten unter anderem die Rentenpolitik, wachsende Bürokratie und stark steigende Energiekosten.

Die namentlich genannten Vorstandsmitglieder Cornelia und Yvonne Jeschek, Doris Wirth-Narr, Claus Hofmann und Sascha Rödel haben nun ebenfalls ihre Ämter aufgegeben und die Mittelstandsunion verlassen. Sie sahen ihre Möglichkeiten, Politik mitzugestalten oder sich wirksam für Unternehmen einzusetzen, auf nahezu null geschrumpft.

Der Massenrücktritt hinterlässt die Mittelstandsunion im Landkreis Hof ohne Führung. Die ausscheidenden Mitglieder haben damit tiefgreifende Unzufriedenheit mit der aktuellen Ausrichtung der Organisation und ihrer Verbindung zur CSU zum Ausdruck gebracht. Ihr Rückzug unterstreicht die anhaltenden Spannungen um Vertretung und Entscheidungsfindung für den Mittelstand in Bayern.

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