Mainzer Tourismusfonds empört über geplante Bettensteuer ohne Absprache
Hannah BrandtMainzer Tourismusfonds empört über geplante Bettensteuer ohne Absprache
Ein geplanter "Beherbergungsabgabe" in Mainz hat im lokalen Tourismussektor heftigen Widerstand ausgelöst. Der Mainzer Tourismusfonds kritisiert den Vorstoß scharf und bezeichnet ihn als zusätzliche finanzielle Belastung für ohnehin schon unter Druck stehende Unternehmen. Mitglieder des Vorstands werfen der Stadt vor, durch die Einführung der Abgabe ohne vorherige Abstimmung das Vertrauen gebrochen zu haben.
Die Stadt Mainz hatte kürzlich Pläne für die "Beherbergungsabgabe", umgangssprachlich auch "Bettensteuer" genannt, bekannt gegeben. Diese Ankündigung traf den Tourismusfonds unerwartet, der angibt, nicht im Voraus informiert worden zu sein. Die Gruppe hatte zuvor mit Oberbürgermeister Nino Haase über einen "Besucherbeitrag" gesprochen – in der Erwartung, dass die Einnahmen der Förderung des Tourismus zugutekommen würden.
Die neue Abgabe sieht jedoch nicht vor, dass die Gelder zwingend in den Sektor zurückfließen. Die Vorstandsmitglied Julia Barth warnte, die Tourismusbranche in Mainz stehe bereits vor großen Herausforderungen. Die zusätzliche Belastung stelle für Hotels und Pensionen eine erhebliche Zusatzlast dar.
Lutz Frey, ein weiteres Vorstandsmitglied, äußerte sich frustriert über die mangelnde Transparenz. Er warf der Stadt vor, frühere Absprachen gebrochen zu haben, und betonte, der Tourismusfonds sei davon ausgegangen, dass der "Besucherbeitrag" die bevorzugte Lösung sei. Die Gruppe sieht in der nun geplanten Abgabe einen direkten Bruch der damaligen Vereinbarungen.
Der Tourismusfonds bleibt entschieden gegen die Einführung der Abgabe und argumentiert, sie werde lokale Unternehmen schädigen, ohne dem Tourismus zu nutzen. Seitens der Stadt gab es bisher keine Stellungnahme zu der Kritik. Der Ausgang dieses Streits könnte die zukünftige Finanzierung des Mainzer Tourismussektors maßgeblich prägen.






