22 March 2026, 14:18

Mainz schafft Kurzstreckenticket nach massivem Nachfrageeinbruch ab

Eine Stadtstraße mit einem Bus, der an hohen Gebäuden, Bäumen, Laternen, Verkehrssignalen und Schildern vorbeifährt, mit Fußgängern auf dem Gehweg, einem Geländer im Vordergrund und einem klaren blauen Himmel.

Mainz schafft Kurzstreckenticket nach massivem Nachfrageeinbruch ab

Mainz stellt Kurzstreckenticket nach jahrelangem Nachfragerückgang ein

Nach Jahren sinkender Nachfrage hat Mainz sein Kurzstreckenticket im Nahverkehr abgeschafft. Der Beschluss folgt auf einen drastischen Rückgang der Verkäufe: Seit 2019 gingen die Absatzzahlen bei Erwachsenentickets um 83 Prozent zurück, bei Kindertickets sogar um 88 Prozent. Bereits zuvor hatten Bedenken von Fahrgästen und der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) zu Gesprächen mit der Stadt geführt.

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Der Rückgang bei den Kurzstreckenfahrscheinen setzte ein, nachdem im Mai 2023 das Deutschlandticket eingeführt worden war. In Großstädten wie Berlin, München und Hamburg sank die Nachfrage nach lokalen Kurzstreckenfahrten um 20 bis 40 Prozent, da Pendler auf das bundesweite Angebot umstiegen. Bis März 2026 war die Gesamtzahl der ÖPNV-Nutzungen zwar um über 30 Prozent gestiegen, doch der Absatz von Kurzstreckentickets in den Metropolen blieb um bis zu 50 Prozent niedriger.

Viele Fahrgäste in Mainz sind seitdem auf das Deutschlandticket oder Mehrfahrtenkarten umgestiegen. Der Preisunterschied zwischen Kurzstreckentickets und diesen Alternativen hat sich verringert, während die Verwaltungs- und Vertriebskosten für die Kurzstreckenoption stiegen. Daher schloss die Stadt eine Wiedereinführung eines ähnlichen Tarifs aus.

Die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG), der lokale Verkehrsbetreiber, erwartet keine negativen Auswirkungen auf die allgemeine ÖPNV-Nutzung. Die Mehrfahrtenkarte gelte mittlerweile als kostengünstige Lösung für Gelegenheitsfahrer und mache das alte Kurzstreckenticket überflüssig.

Die Abschaffung des Kurzstreckentickets spiegelt einen größeren Wandel im Nutzungsverhalten des öffentlichen Verkehrs wider. Da die meisten Fahrgäste mittlerweile das Deutschlandticket oder Mehrfahrtenkarten bevorzugen, bestätigte die Stadt, keine Pläne für eine Rückkehr zu einem ähnlichen Tarif zu haben. Der Schritt entspricht damit den Entwicklungen in anderen deutschen Städten, wo die Nachfrage nach Kurzstreckenfahrscheinen seit 2023 stark eingebrochen ist.

Quelle