Leipzigs Streit mit der Bundesdruckerei: Wer zahlt die höheren Personalausweis-Kosten?
Greta KochLeipzig streitet mit Bundesregierung ├╝ber gestiegene Kosten f├╝r Personalausweise - Leipzigs Streit mit der Bundesdruckerei: Wer zahlt die höheren Personalausweis-Kosten?
Leipzig streitet mit der Bundesdruckerei über steigende Kosten für Personalausweise
Die Stadt Leipzig liegt im Clinch mit der Bundesdruckerei wegen stark gestiegener Preise für Personalausweise. Die Kommune weigert sich, die zusätzlichen 2,01 Euro pro Ausweis zu übernehmen – was ein jährliches Defizit von rund 170.000 Euro zur Folge hat. Die Verantwortlichen argumentieren, dass die Bundesregierung die Gebühren anpassen müsse, statt die Last auf die Kommunen abzuwälzen.
Auslöser des Konflikts ist eine Preiserhöhung der Bundesdruckerei, die für Antragsteller unter 24 Jahren nun 29,61 Euro pro Personalausweis berechnet. Die Gemeinden dürfen jedoch gesetzlich nur 27,60 Euro von den Bürgern einziehen. Leipzig überweist weiterhin den alten Satz von 27,23 Euro und lehnt die erhöhten Kosten ab.
Das Bundesinnenministerium rechtfertigt die höhere Abrechnung mit einer gemischten Kostenkalkulation für die Bearbeitungsgebühren. Unterdessen besteht Oberbürgermeister Burkhard Jung darauf, dass jede Erhöhung der Druckkosten durch angepasste Gebührenverordnungen ausgeglichen werden müsse. Seine Haltung wird vom Deutschen Städtetag unterstützt, der betont, dass Kommunen bundesweite Preiserhöhungen nicht einfach schlucken könnten.
Die Debatte wirft zudem grundsätzliche Fragen zur Steuerung des Systems auf. Der Städtetag regt an, dass Pass- und Ausweisdienstleistungen künftig stärker zentral organisiert werden müssten. Aktuell sind für Antragsteller ab 24 Jahren Gebühren von bis zu 46 Euro möglich – eine Anpassung, die im Februar 2026 in Kraft treten soll.
Leipzig bleibt vorerst bei seiner Weigerung, die Mehrkosten zu tragen. Der Streit offenbart die Spannungen zwischen kommunaler und bundesweiter Verantwortung bei der Finanzierung von Personalausweisen. Ohne Lösung wird die Stadt weiterhin mit einem jährlichen Fehlbetrag von etwa 170.000 Euro konfrontiert sein.