05 April 2026, 00:19

Kreativbranche gegen KI: Verlage und Musiklabels klagen wegen Urheberrechtsverletzungen

Offenes Buch mit dem Titel "Letters Patentes du Roy" in fetter Schrift und einem komplexen Design auf der sichtbaren Seite.

Kreativbranche gegen KI: Verlage und Musiklabels klagen wegen Urheberrechtsverletzungen

Große Verlage und Musiklabels haben wegen Urheberrechtsverletzungen rechtliche Schritte gegen KI-Unternehmen eingeleitet. In den vergangenen Monaten richteten sich Klagen unter anderem gegen Firmen wie OpenAI, Anthropic und Meta, denen vorgeworfen wird, geschützte Werke ohne Erlaubnis zu nutzen. Ein besonders beachteter Fall betrifft den Penguin Random House Verlag, der OpenAI verklagt, weil eine beliebte Kinderbuchreihe angeblich ohne Genehmigung für die Trainingsdaten von KI-Systemen verwendet wurde.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Auseinandersetzungen spiegeln die wachsenden Spannungen zwischen der Kreativbranche und KI-Entwicklern wider. Verlage argumentieren, dass KI-Modelle mit urheberrechtlich geschütztem Material trainiert werden, während Tech-Unternehmen betonen, ihre Systeme hielten sich an die gesetzlichen Vorgaben. Im November 2025 erzielte die deutsche Musikrechteorganisation GEMA einen Teilerfolg in einem Rechtsstreit gegen OpenAI und ChatGPT: Das Landgericht München urteilte, das Unternehmen habe Songtexte ohne entsprechende Lizenzen genutzt. OpenAI legte später Berufung ein, wodurch sich der juristische Konflikt verlängerte.

Unterdessen reichte Penguin Random House Klage gegen OpenAI ein, weil das Unternehmen angeblich die Urheberrechte an Ingo Siegners Buchreihe Der kleine Drache Kokosnuss verletzt habe. Der Verlag wirft dem KI-Modell vor, mit Siegners Werken trainiert worden zu sein, sodass ChatGPT auf Basis einfacher Eingabeaufforderungen ähnliche Geschichten und Illustrationen generieren könne. Carina Mathern, Lektorin bei Penguin Random House, verglich diese Praxis mit der illegalen Speicherung und Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Bücher. Die Hachette Book Group zog kürzlich den Horrorroman Shy Girl vom Markt zurück, nachdem eine Untersuchung ergeben hatte, dass große Teile des Werks KI-generiert waren. Trotz dieser Konflikte wurden seit März 2026 keine neuen Klagen von Verlagen oder Musiklabels gegen große KI-Unternehmen bekannt.

Kritiker werfen KI-Firmen vor, mit ihren Tools Urheberrechtsverletzungen Vorschub zu leisten. ChatGPT bietet Nutzern beispielsweise Schritt-für-Schritt-Anleitungen an, wie sie KI-generierte Inhalte über Self-Publishing-Plattformen veröffentlichen können. Dies nährt die Sorge, dass geschützte Werke in großem Stil unbefugt genutzt werden könnten.

Die Rechtsstreitigkeiten zwischen Verlagen, Musiklabels und KI-Entwicklern sind noch nicht entschieden. In zentralen Fällen, darunter OpenAIs Berufung im GEMA-Streit, stehen die endgültigen Urteile noch aus. Die Kreativbranche setzt sich unterdessen weiter für strengere Schutzmaßnahmen ein, um zu verhindern, was sie als unbefugte Ausbeutung ihrer Werke durch KI-Systeme ansieht.

Quelle