KNDS will Mercedes- und VW-Werke für Rüstungsproduktion übernehmen
Der Rüstungskonzern KNDS steht in Verhandlungen zur Übernahme des Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde. Der Schritt erfolgt, während der Automobilhersteller plant, die Produktion des Sprinter-Transporters bis 2030 nach Polen zu verlagern. Eine endgültige Einigung über die Zukunft des Standorts steht jedoch noch aus.
Gleichzeitig prüft KNDS auch den Kauf des Volkswagen-Werks in Osnabrück, wo die Produktion 2027 endet. Das Unternehmen will seine Kapazitäten für die Herstellung militärischer Fahrzeuge ausbauen – angesichts steigender Nachfrage.
KNDS sucht bereits seit einiger Zeit nach neuen Produktionsstätten, um die wachsende Anzahl an Aufträgen bewältigen zu können. Die Bundeswehr wird voraussichtlich in den kommenden Monaten bis zu 3.000 gepanzerte Radfahrzeuge vom Typ Boxer ordern. Dieser Nachfrageanstieg veranlasst das Unternehmen, in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro in den Ausbau seiner Standorte zu investieren.
Das Werk in Ludwigsfelde ist aufgrund seiner bestehenden Infrastruktur zu einem zentralen Ziel geworden. Mercedes-Benz erwägt, Teile des Geländes an KNDS zu verpachten, um dort militärische Fahrzeuge zu produzieren, während der Konzern seine eigenen Aktivitäten ins Ausland verlagert. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Standorts steht jedoch noch aus.
Neben Ludwigsfelde begutachtet KNDS auch das Volkswagen-Werk in Osnabrück. Der Autokonzern sucht nach „tragfähigen Perspektiven“ für den Standort, nachdem die Produktion 2027 eingestellt wird. KNDS hatte bereits 2021 das Alstom-Werk in Görlitz übernommen und zeigt damit seine Strategie auf, Industrieanlagen für die Rüstungsproduktion umzuwidmen.
Falls die Verhandlungen erfolgreich sind, würde KNDS seine Produktionskapazitäten in Deutschland deutlich ausbauen. Die Standorte Ludwigsfelde und Osnabrück könnten zu zentralen Produktionsstätten für militärische Fahrzeuge werden. Die Expansionspläne des Unternehmens passen zu den gestiegenen Verteidigungsausgaben und den neuen Aufträgen der Bundeswehr.






