Knaufs Gipsabbau bei Würzburg rückt näher – doch Trinkwasser bleibt umstritten
Theo SchmitzKnaufs Gipsabbau bei Würzburg rückt näher – doch Trinkwasser bleibt umstritten
Die Pläne des Baukonzerns Knauf zum Gipsabbau nahe Würzburg sind einem Genehmigungsschritt nähergekommen. Die Regierung von Unterfranken kam zu dem Schluss, dass das Vorhaben bei Einhaltung strenger Auflagen keine unkontrollierbaren Risiken berge. Eine endgültige Entscheidung liegt nun bei der Bergbehörde Nordbayern, die bis Jahresende erwartet wird.
Das raumordnerische Prüfverfahren umfasste umfangreiche Anhörungen. Insgesamt wurden 79 Behörden um Stellungnahmen gebeten, und über 4.300 öffentliche Einwände geprüft. Dennoch sammelte eine Online-Petition gegen das Projekt mehr als 5.600 Unterschriften.
Knauf plant, 50 Jahre lang unterirdisch Gips abzubauen – mit einer jährlichen Fördermenge von einer Million Tonnen. Das Gebiet ist von entscheidender Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Gemeinden. Ein Restrisiko bleibt bestehen, und der Abbau würde bei einem Absinken des Grundwasserspiegels sofort gestoppt.
In ihrer Bewertung erklärte die Regierung, dass die Risiken unter den richtigen Bedingungen beherrschbar seien. Knauf begrüßte das Ergebnis als weitere fachliche Bestätigung des Projekts. Die Grünen widersprachen jedoch. Sie argumentierten, die Einschätzung unterschätze die Gefährdung der lokalen Trinkwasserversorgung.
Die Bergbehörde Nordbayern wird den Fall nun prüfen und noch vor Jahresende ihr Urteil fällen. Knauf muss alle auferlegten Bedingungen erfüllen, um fortfahren zu können. Die Zukunft des Projekts hängt davon ab, industrielle Interessen mit dem Schutz einer lebenswichtigen Wasserquelle in Einklang zu bringen.
