Kai Wegners Kulturpolitik spaltet Berlins lebendige Kunstszene
Berliner Kulturszene wird unter Kai Wegners Führung zum Zankapfel
In einer jüngsten Rede wurde der regierende Bürgermeister direkt dafür kritisiert, das künstlerische Wesen der Stadt nicht zu begreifen. Die Äußerungen warfen zudem ein Schlaglicht auf frühere Fehltritte in der Kulturpolitik – darunter die Schwierigkeiten früherer Amtsträger in dieser Funktion.
Der Redner warf Wegner vor, Kultur wie eine bloße Verwaltungsabteilung zu behandeln. Ihm fehle es an eigener Erfahrung mit Berlins lebendiger Kunstszene, und er verstehe nicht die Leidenschaft der Künstler. Diese Distanz, so die Warnung, könnte ihn die nächste Wahl kosten.
Bisherige Versuche, die Kulturverwaltung zu leiten, scheiterten. Joe Chialo, der für das Ressort ernannt worden war, soll die Intensität des Kunstbetriebs unterschätzt haben. Auch Sarah Wedl-Wilson, eine weitere Akteurin in der Kulturverwaltung, stieß auf Widerstand – selbst aus den Reihen der eigenen Partei.
Nun soll Finanzsenator Stefan Evers die Kulturverantwortung übernehmen – ein umstrittenes Vorhaben, da Evers zuvor Kürzungen im Kulturetats vorangetrieben hatte. Der Redner charakterisierte Wegners Ansatz als zu stark auf Kontrolle und Effizienz ausgerichtet und damit im Widerspruch zum kreativen Geist Berlins.
Die Kritik verdeutlicht die Spannungen zwischen der Berliner Regierung und der Kulturszene. Wegners Verwaltung sah sich wiederholt mit Herausforderungen in der Kunstpolitik konfrontiert, wobei mehrere Verantwortliche an der Aufgabe scheiterten. Wie Evers – trotz seiner früheren Sparpolitik – die Position ausfüllen wird, dürfte die künftigen Debatten über die kulturelle Ausrichtung der Stadt prägen.






