16 March 2026, 12:24

Historischer Mitgliederschwund: Kirchen verlieren über eine Million Gläubige in 2025

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus-Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenrückgang in Deutschland ungebrochen - weniger Austritte - Historischer Mitgliederschwund: Kirchen verlieren über eine Million Gläubige in 2025

Deutschlands katholische und evangelische Kirchen verzeichneten 2025 einen deutlichen Mitgliederschwund. Zusammen verloren die beiden großen Konfessionen rund 1,13 Millionen Gläubige. Der Rückgang setzt einen langfristigen Trend fort, der sich bereits seit über zwei Jahrzehnten abzeichnet.

Beide Kirchen verzeichnen seit dem Jahr 2000 sinkende Mitgliederzahlen, wobei Austritte maßgeblich zu den aktuellen Verlusten beitragen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) verlor im vergangenen Jahr etwa 580.000 Mitglieder und zählt nun noch rund 17,4 Millionen Gläubige. Die Zahl der Austritte blieb mit etwa 350.000 stabil, wobei in allen Regionen Rückgänge gemeldet wurden.

Auch die katholische Kirche verzeichnete einen ähnlichen Rückgang und verlor rund 550.000 Mitglieder. Austritte waren der Hauptgrund – 307.117 Menschen traten offiziell aus, die niedrigste Zahl seit fünf Jahren. Die verbleibende Mitgliedschaft beläuft sich nun auf 19,22 Millionen, was 23 Prozent der deutschen Bevölkerung entspricht.

Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, bezeichnete die Zahlen als ein "Abbild unserer Kirche heute". Neben dem Mitgliederschwund sieht sich die katholische Kirche zudem mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen konfrontiert – ein Trend, der sich voraussichtlich bis 2024 fortsetzen wird.

Die aktuellen Daten bestätigen den anhaltenden Niedergang der beiden großen christlichen Konfessionen in Deutschland. Mit über einer Million verlorener Mitglieder in nur einem Jahr stellen die Kirchen heute einen geringeren Anteil der Bevölkerung als in früheren Jahrzehnten. Der Trend unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen, Gläubige zu halten und die finanzielle Stabilität zu wahren.

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