Goslar testet Tempo-30-Zone ab April – ohne Blitzer, aber mit Bürgerwillen
Theo SchmitzGoslar testet Tempo-30-Zone ab April – ohne Blitzer, aber mit Bürgerwillen
Goslar führt ab 9. April sechsmonatige Testphase für Tempo-30-Zone ein
Ab dem 9. April wird Goslar auf der Ohlhofbreite und der Kurt-Schumacher-Allee eine sechsmonatige Testphase für eine Tempo-30-Zone starten. Das Pilotprojekt zielt darauf ab, die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität im Stadtteil Ohlhof zu verbessern. Unterstützt wird die Initiative vom örtlichen Bürgerverein und dem Stadtrat; sie geht auf eine Petition von 238 Anwohnern zurück.
In der Testzone gilt die Regelung "Rechts vor Links" – sie ersetzt das bisherige System der Vorfahrtstraßen. Autofahrer müssen an Kreuzungen Fahrzeugen von rechts Vorrang gewähren. Die Stadt strebt an, die durchschnittliche Geschwindigkeit auf ein V85-Niveau von 36 km/h zu senken. Während der Testphase sind jedoch keine Geschwindigkeitskontrollen geplant.
Regelmäßige Verkehrsuntersuchungen sollen die Auswirkungen der Zone erfassen. Offizielle Unfallstatistiken für die betroffenen Straßen der vergangenen drei Jahre liegen bisher nicht vor. Bundesweite Zahlen aus dem Jahr 2024 verzeichneten jedoch rund 1,2 Millionen Verkehrsvorfälle in ganz Deutschland. Detaillierte Daten für den Ohlhof können bei der Goslarer Polizei oder dem Statistischen Bundesamt angefragt werden.
Bei Erfolg des Modells könnte die Stadt die Regelung über die anfänglichen sechs Monate hinaus verlängern. Das Projekt steht für die gemeinsame Anstrengung von Bürgern und Kommunalpolitik, sicherere Straßen zu schaffen. Da auf Geschwindigkeitsüberwachung verzichtet wird, hängt die Einhaltung maßgeblich vom Verantwortungsbewusstsein der Fahrer ab. Die Ergebnisse könnten künftige Verkehrspolitik in Goslarer Wohngebieten prägen.






