Gestohlener Bierkrug nach 48 Jahren zurück – doch es ist eine Fälschung
Greta KochGestohlener Bierkrug nach 48 Jahren zurück – doch es ist eine Fälschung
Ein Tourist hat einen Bierkrug zurückgegeben, den er vor fast 50 Jahren aus dem Münchner Hofbräuhaus gestohlen hatte. Der Mann nahm den Krug 1976 mit, schickte ihn nun aber mit einem Brief und 20 Euro als Entschädigung zurück. Seine Entschuldigung traf Jahrzehnte nach dem Diebstahl ein – doch wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Krug um eine Fälschung.
Der anonyme englischsprachige Besucher erklärte in seinem Schreiben, er habe den Krug damals "ausgeliehen". Um sicherzugehen, dass das Wirtshaus vollumfänglich entschädigt werde, legte er 20 Euro bei – etwas mehr als der aktuelle Preis von 19,95 Euro für einen ähnlichen Krug im Online-Shop des Hofbräuhauses.
Dies ist nicht der erste Fall, in dem ein gestohlener Bierkrug Jahrzehnte später zurückkehrt. 2020 gab eine Amerikanerin einen Krug nach 55 Jahren an die Platzl-Bierhalle zurück. Das Hofbräuhaus erhält jährlich drei bis vier solche Briefe oder Zahlungen, wobei keiner der in den letzten fünf Jahren zurückgegebenen Krüge als Original bestätigt werden konnte.
Durch Sicherheitsvorkehrungen und die sofortige Entsorgung beschädigter Krüge führt das Wirtshaus keine Statistik über die fehlenden Stücke. Die 20 Euro des Touristen fließen nun in die Initiative Bunte Münchner Kindl, die Schulmaterialien und Rucksäcke für bedürftige Kinder bereitstellt.
Wie schon bei früheren Rückgaben stellte sich auch dieser Krug als Replik heraus. Dennoch kommt die Spende des Touristen einer lokalen Hilfsorganisation zugute. Das Hofbräuhaus erhält auch ein halbes Jahrhundert nach den Diebstählen noch gelegentlich solche Wiedergutmachungen.