20 April 2026, 02:15

Gaslighting: Wenn Realität zur Manipulation wird – und wie man sich wehrt

Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung von beunruhigten Menschen, die Gegenstände halten, mit der Überschrift "unceremonious treatment of the Russian ultimatum" unten.

Gaslighting: Wenn Realität zur Manipulation wird – und wie man sich wehrt

Der Begriff Gaslighting ist nach einer Äußerung des Late-Night-Moderators Jimmy Kimmel, der dem früheren US-Präsidenten Donald Trump vorwirft, diese Taktik im Zusammenhang mit den steigenden Spritpreisen anzuwenden, wieder in die öffentliche Diskussion gerückt. Ursprünglich stammt der Begriff aus einem Theaterstück der 1930er-Jahre und beschreibt eine Form psychologischer Manipulation, bei der ein Mensch dazu gebracht wird, an seiner eigenen Wahrnehmung der Realität zu zweifeln. Expertinnen und Experten weisen mittlerweile auf die schädlichen Auswirkungen hin – insbesondere für Frauen – und zeigen Wege auf, wie man Gaslighting erkennt und sich dagegen wehrt.

Das Wort Gaslighting geht auf das Theaterstück Gaslicht aus dem Jahr 1938 zurück, das später unter dem Titel Das Haus der Lady Alquist (1944) mit Ingrid Bergman verfilmt wurde. In der Handlung manipuliert ein Ehemann seine Frau systematisch, indem er heimlich die Gaslampen in ihrem Zuhause dimmt und ihr so einredet, sie verleire den Verstand. Diese gezielte Verfälschung der Realität prägte den Begriff bis heute.

Die Soziologin Paige Sweet definiert Gaslighting als den Versuch, jemanden "sich selbst oder anderen gegenüber verrückt erscheinen oder fühlen zu lassen". Die Psychoanalytikerin Robin Stern, Autorin des Buches Der Gaslight-Effekt, betont, dass es dabei nicht um einfache Meinungsverschiedenheiten geht, sondern um eine berechnete Strategie, um das Selbstvertrauen einer Person in ihre eigenen Erfahrungen zu untergraben.

Aktuelle politische Debatten haben den Begriff erneut in den Fokus gerückt. Trump behauptete, die höheren Spritpreise kämen den USA wegen der eigenen Ölproduktion zugute – eine Aussage, die Kimmel als Gaslighting bezeichnete. Gleichzeitig erklärt Kate Abramson, Autorin von Über Gaslighting, dass nicht jede Lüge bereits als Gaslighting gilt. Entscheidend sei vielmehr die Absicht, das Opfer in seiner Fähigkeit zu klaren Gedanken zu destabilisieren.

Studien zeigen, dass Frauen überproportional betroffen sind, unter anderem wegen gesellschaftlicher Normen, die selbstbewusstes Auftreten oft entmutigen. Viele Betroffene suchen Therapie, doch Expertinnen und Experten betonen, dass bereits das Benennen der Erfahrung ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zur Bewältigung sein kann.

Gaslighting zu erkennen, hilft Opfern, die Kontrolle über ihr Reality-Gefühl zurückzugewinnen. Obwohl der Begriff seine Wurzeln in der Fiktion hat, sind seine realen Auswirkungen – besonders in Machtungleichgewichten – nach wie vor gravierend. Fachleute unterstreichen weiterhin, wie entscheidend Aufklärung als Mittel des Widerstands und der Heilung ist.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle