10 May 2026, 12:15

Felix Banaszak fordert Männerräume für eine neue Männlichkeit ohne Klischees

Eine Sammlung von illustrierten Männergesichtern aus verschiedenen Epochen, Altersgruppen, Geschlechtern und Ethnien, betitelt mit "Unsere Künstler - Vergangenheit und Gegenwart" in einem alten Buch.

Felix Banaszak fordert Männerräume für eine neue Männlichkeit ohne Klischees

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich für mehr Räume ein, in denen Männer offen über Geschlechterfragen sprechen können. Sein eigenes Büro, das in einem auffälligen Pink gestrichen ist, steht symbolisch für seine Herausforderung traditioneller Männlichkeitsbilder. Nun fordert er eine bessere Förderung von Männergruppen, die veraltete Rollenklischees hinterfragen.

Sein Engagement folgt auf aktuelle Debatten über die Rolle von Männern im Feminismus. Ein viel beachteter Übergriffsfall mit dem Schauspieler Christian Ulmen veranlasste Banaszak zudem, seinen eigenen Ansatz, Männer in diese Diskussionen einzubinden, zu überdenken.

Banaszak versuchte erstmals, junge Männer mit feministischen Ideen in einem Playboy-Interview zu erreichen. Er räumte ein, dass die Gratwanderung zwischen Konfrontation und Wohlwollen schwierig sei. Sein Ziel ist es, Männern zu zeigen, dass starre Geschlechterrollen auch ihnen schaden – und dass sie sich für feministische Anliegen interessieren sollten.

Vor sixteen Jahren formulierte ein Männer-Manifest ähnliche Forderungen, doch nur wenige Männer schlossen sich an. Heute verweist Banaszak auf einen besorgniserregenden Trend: Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die rechtsextreme AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien wählten. Für ihn ist das ein Beleg dafür, dass überkommene Männlichkeitsbilder nach wie vor politische Entscheidungen prägen.

Kürzlich besuchte er Vaterwelten in Krefeld, eine Initiative, die Geburtsvorbereitungskurse für Männer anbietet. Solche Projekte, so Banaszak, verdienten endlich angemessene Förderung. Seine Argumentation ist klar: Männer brauchen geschützte Räume, um Männlichkeit neu zu denken – ähnlich wie Frauen sie seit langem für die Auseinandersetzung mit Geschlechterthemen haben.

Sein pinkfarbenes Büro ist eine bewusste Provokation. Schon vor zwanzig Jahren trug der Fußballtorwart Tim Wiese Pink, ohne auf Widerstand zu stoßen. Doch heute, so Banaszak, werde Männer in ihren Entscheidungen noch immer zu streng kontrolliert.

Banaszaks Forderung nach Männerräumen und feministischem Engagement kommt zu einer entscheidenden Zeit. Die Wahlverhalten junger Männer und die anhaltenden Debatten über Männlichkeit zeigen, wie tief diese Themen verwurzelt sind. Sein Appell für Förderung und Dialog zielt auf einen Wandel der Einstellungen – doch der Erfolg hängt davon ab, ob Männer bereit sind, sich auf die Diskussion einzulassen.

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