29 June 2026, 18:29

"Energyfish": Schwimmende Strömungsturbine startet Großprojekt auf dem Rhein

Energyminer's River Turbines Are Real. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

"Energyfish": Schwimmende Strömungsturbine startet Großprojekt auf dem Rhein

Neue schwimmende Strömungsturbine: Der „Energyfish“ feiert Premiere im großen Stil auf dem Rhein

Die innovative schwimmende Hydrokinetik-Turbine Energyfish soll bald in größerem Maßstab auf dem Rhein eingesetzt werden. Entwickelt vom Unternehmen Energyminer, nutzt das kompakte Gerät die Strömung von Flüssen zur Stromerzeugung. Es verspricht rund um die Uhr Energie bei minimaler Umweltbelastung und geringem Wartungsaufwand.

Jede Energyfish-Einheit misst 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von etwa 80 Kilogramm. Sie kann bis zu 6 Kilowatt Leistung erzeugen, wobei eine einzelne Einheit jährlich rund 15 Megawattstunden liefert. Ein Schwarm aus 100 Geräten könnte etwa 1,5 Gigawattstunden pro Jahr produzieren – genug für den Bedarf von rund 470 Haushalten.

Die erste Großinstallation sieht den Einsatz von 124 Einheiten bei St. Goar am Rhein vor. Damit entsteht das erste Schwarmkraftwerk dieser Art in diesem Umfang. Das System umfasst die Vorbereitung des Flussbetts, Verankerungen, Kabel, Netzanschluss, Überwachung sowie einen Wartungsplan.

Laut Energyminer funktioniert der Energyfish bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit, ist hochwasserresistent und schadet Fischen nicht. Die gestützten Stromgestehungskosten liegen demnach bei etwa 0,08 Euro pro Kilowattstunde, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über eine Lebensdauer von 20 Jahren. Flüsse bergen jedoch Herausforderungen: saisonale Schwankungen der Wasserführung, Treibgut bei Hochwasser, geringere Leistung bei Niedrigwasser und Eisbildung in kalten Regionen.

Die Technologie könnte besonders für abgelegene, dieselabhängige Gemeinden in der Nähe starker Strömungen interessant sein. In netzgebundenen Gebieten muss sie sich hingegen gegen etablierte saubere Energielösungen behaupten. Ein Schwarm von 124 Einheiten auf dem Rhein würde im Schnitt nur wenige hundert Kilowatt erzeugen und fällt damit in die Kategorie der dezentralen Energieerzeugung.

Das Projekt in St. Goar markiert einen wichtigen Schritt für die kleinteilige Hydrokinetik-Energie. Sein Erfolg könnte die Eignung des Energyfish für Nischenanwendungen unter Beweis stellen. Kosten und Leistung des Systems werden letztlich seinen Platz im Vergleich zu anderen erneuerbaren Technologien bestimmen.

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