Energiekonflikte eskalieren: Moldau will Gasunternehmen verstaatlichen, Deutschland privatisiert Sefe
Greta KochEnergiekonflikte eskalieren: Moldau will Gasunternehmen verstaatlichen, Deutschland privatisiert Sefe
Moldau erwägt die Verstaatlichung ihres staatlichen Gasunternehmens Moldovagaz, während die Spannungen mit Russlands Gazprom eskalieren. Gleichzeitig treibt Deutschland die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter Gazprom Germania. Beide Schritte erfolgen vor dem Hintergrund breiterer Energiekonflikte und steigender Gaspreise in ganz Europa.
In Serbien hat die USA eine letzte einmonatige Ausnahmeregelung für Sanktionen gegen die russisch kontrollierte Ölgesellschaft Naftna Industrija Srbije (NIS) verlängert. Damit erhält Gazprom Neft zusätzliche Zeit, um sich von seinem Anteil zu trennen.
Die deutsche Regierung bereitet den Verkauf von Sefe vor, das kritische Energieinfrastrukturen verwaltet – darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung. Um den Prozess einzuleiten, will Berlin durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einnehmen. Anschließend plant die Regierung, ihren Anteil weiter zu reduzieren, wobei gesetzlich vorgeschrieben ist, die Beteiligung bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent abzubauen.
Sefe hat ausgeschlossen, seine Vermögenswerte für separate Verkäufe aufzuspalten, und setzt stattdessen darauf, die Kerngeschäfte zusammenzuhalten. Gleichzeitig prüfen die Verantwortlichen eine mögliche Fusion mit Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur, als Teil der Umstrukturierung.
Die Lage in Moldau spiegelt die regionalen Spannungen wider. Das Land zieht nun in Erwägung, die volle Kontrolle über Moldovagaz, seinen wichtigsten Gaslieferanten, zu übernehmen – nach anhaltenden Streitigkeiten mit Gazprom über Preise und Lieferbedingungen.
In Serbien hatte das US-Finanzministeriums (Office of Foreign Assets Control) Gazprom Neft ursprünglich eine 45-tägige Frist gesetzt, um seine Mehrheitsbeteiligung an NIS zu veräußern. Nun wurde eine letzte einmonatige Verlängerung gewährt, wodurch mögliche Sanktionen hinausgezögert werden, während die Verhandlungen andauern.
Die Privatisierung von Sefe wird die deutsche Energielandschaft neu gestalten, wobei eine Fusion mit Uniper weiterhin diskutiert wird. Moldaus mögliche Verstaatlichung von Moldovagaz unterstreicht die anhaltenden Kämpfe um die Abhängigkeit von russischem Gas. Die US-Ausnahmeregelung für NIS hingegen schafft eine kurze Atempause, bevor strengere Sanktionen greifen könnten.






