16 March 2026, 16:21

Deutsche Bahn droht mit Streichungen von Zugverbindungen in ganz Bayern

Eine alte, verrostete Schienenstrecke verläuft durch eine Stadt, umgeben von Gebäuden, Pfählen, Pflanzen und einem Zaun.

Marode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn droht mit Streichungen von Zugverbindungen in ganz Bayern

Deutsche Bahn könnte Zugverbindungen in ganz Bayern streichen – wegen maroder Infrastruktur

Aufgrund des sich verschlechternden Schienennetzes in Bayern könnte die Deutsche Bahn Zugverbindungen im gesamten Bundesland streichen. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) lehnte zwar eine langfristige Sperrung der Strecke München–Rosenheim ab, räumte jedoch ein, dass es keinen klaren Plan gebe, um größere Einschränkungen zu vermeiden. Die Grünen fordern nun die Staatsregierung auf, dringend mehr Mittel für notwendige Sanierungen bereitzustellen.

Die möglichen Streichungen wurden nach einem Gespräch zwischen DB-Vorstandschefin Evelyn Palla und dem CSU-Verkehrsexperten Jürgen Baumgärtner bekannt. Baumgärtner informierte den Landtag über die Inhalte der Gespräche und warnte, die bayerische Schieneninfrastruktur leide unter jahrelanger Vernachlässigung. Palla bestätigte, dass eine vollständige Erneuerung des Netzes noch ein weiteres Jahrzehnt in Anspruch nehmen werde.

Die Deutsche Bahn hat noch keine endgültigen Entscheidungen über Streichungen getroffen, will die Details aber bis Ende dieser oder spätestens Anfang nächster Woche bekannt geben. Unterdessen schlug die Tochtergesellschaft DB Infrago vor, durch Anpassungen bei der Trassenvergabe die Servicequalität und Kapazitäten besser auszubalancieren. Minister Bernreiter schloss eine monatelange Vollsperrung der Strecke München–Rosenheim im Jahr 2028 – wie zuvor diskutiert – zwar aus, gab jedoch zu, keine konkrete Strategie zu haben, um flächendeckende Ausfälle zu verhindern.

Frühere Projekte zeigen das Ausmaß der Herausforderung: Die Sanierung der Strecke Hamburg–Berlin dauerte rund neun Monate – länger als geplant –, während die Arbeiten an der rechten Rheinstrecke 2026 ganze fünf Monate in Anspruch nehmen werden. Das bundesweite Schienenmodernisierungsprogramm, das 41 Korridore umfasst, soll erst bis 2036 abgeschlossen sein.

Die Grünen drängen die Staatsregierung, zusätzliche Mittel bereitzustellen, um die Reparaturen zu beschleunigen und Fahrplanstreichungen zu vermeiden. Ohne weitere Investitionen könnten Fahrgäste in Bayern mit langanhaltenden Behinderungen rechnen. Die anstehende Ankündigung der Deutschen Bahn wird zeigen, welche Strecken besonders gefährdet sind und wie lange die Maßnahmen andauern könnten.

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