11 April 2026, 04:13

"Demokratie leben!" vor dem Aus: 200 Projekte kämpfen um ihre Zukunft

Eine historische Posterkarte von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Abschnitte für Europa und Frankreich, mit nummerierten Regionen und textueller Beschriftung von Städten und geografischen Merkmalen.

"Demokratie leben!" vor dem Aus: 200 Projekte kämpfen um ihre Zukunft

Deutschlands Förderprogramm "Demokratie leben!" steht vor drastischen Kürzungen, nachdem Ministerin Karin Prien (CDU) Pläne bekannt gab, bis Ende des Jahres über 200 Projekte auslaufen zu lassen. Die Entscheidung hat eine hitzige Debatte ausgelöst: Während die Opposition der Union vorwirft, die Zivilgesellschaft zu schwächen, halten Befürworter die Reformen für längst überfällig.

Die Initiative "Demokratie leben!", 2014 mit einem jährlichen Budget von 200 Millionen Euro gestartet, fördert Organisationen, die sich gegen Extremismus und Hass engagieren. Prien räumte zwar Erfolge ein, bestehe aber auf einer Neuausrichtung des Programms. Ihre Ankündigung stieß auf scharfe Kritik – etwa von SPD-Co-Vorsitzender Saskia Esken, die warnte, die Kürzungen würden Gruppen wie HateAid destabilisieren, die Opfer digitaler Gewalt unterstützen. Esken verwies dabei auf den jüngsten Fall der Influencerin Collien Fernandes als Beleg für die Bedeutung der Organisation.

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Der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß begrüßte öffentlich das voraussichtliche Ende der HateAid-Förderung in den sozialen Medien. Der SPD-Politiker Felix Döring verteidigte zwar grundsätzlich das Engagement der Koalition für Demokratieprojekte, hinterfragte aber Priens Begründung. Die Linke verschärfte den Konflikt, indem sie einen Antrag zur Debatte über die Kürzungen einbrachte. Ihre Abgeordnete Clara Bünger warf der Union vor, mit ihrer Politik die Zivilgesellschaft zu schwächen und damit indirekt der rechtsextremen AfD in die Hände zu spielen.

AfD-Abgeordneter Kay Gottschalk bedankte sich zwar bei Prien für ihre Pläne, machte aber klar, seine Partei strebe die komplette Abschaffung des Programms an. Die Kontroverse spiegelt die grundsätzlichen Spannungen wider, wie Deutschland die Finanzierung von Anti-Extremismus-Arbeit gestaltet – während zivilgesellschaftliche Akteure nun vor einer ungewissen Zukunft stehen.

Bis Dezember sollen über 200 Projekte ihre Förderung verlieren. Während Prien die Reformen als notwendig verteidigt, warnen Kritiker vor einer Schutzlücke für gefährdete Gruppen. Die Auseinandersetzung wird anhalten, da die Opposition weiter gegen die Regierungspläne mobil macht.

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