31 May 2026, 16:17

DB-Chef Nagl warnt vor Sonderregeln für italienischen Bahnanbieter Italo

DB InfraGO warnt vor Sonderregeln für Italo im Fernverkehr

DB-Chef Nagl warnt vor Sonderregeln für italienischen Bahnanbieter Italo

Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, hat sich gegen Pläne ausgesprochen, dem italienischen Bahnanbieter Italo Sonderbedingungen für den Einstieg in den deutschen Fernverkehrsmarkt einzuräumen. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) warnte er, ein solcher Schritt könnte rechtliche Auseinandersetzungen auslösen und die Branche destabilisieren – noch bevor die neuen EU-Regeln 2031 in Kraft treten.

Nagl kritisierte insbesondere den Vorschlag einer kurzfristigen „Neueinsteiger-Klausel“, die Italo den Markteintritt ab 2028 erleichtern soll. Diese Idee bezeichnete er als „rechtlich hochriskant“ und argumentierte, sie könnte dazu führen, dass die Regeln für die Streckennutzung wegen Verstoßes gegen EU-Recht gekippt werden. Die daraus resultierende Unsicherheit würde für alle Bahnunternehmen ein hohes Risiko schaffen.

Die alten, mehrjährigen Rahmenverträge von 2017 waren gerade wegen ihrer Komplexität und rechtlichen Unklarheiten abgeschafft worden. Nagl betonte, die DB InfraGO als Infrastrukturprovider sei neutral darüber, welche Unternehmen Züge betreiben – entscheidend sei lediglich, dass die Regeln fair und durchsetzbar seien. Gleichzeitig warnte er, dass eine Bevorzugung Italos jahrelange Gerichtsverfahren nach sich ziehen könnte, die den Fortschritt eher blockieren als Wettbewerb fördern würden.

Trotz seiner Vorbehalte zeigte sich Nagl überzeugt, dass Wettbewerb im Fernverkehr funktionieren kann. Ein gut regulierter Markt werde langfristig den Fahrgästen zugutekommen – allerdings nur, wenn die rechtlichen Grundlagen solide und für alle Anbieter gleich sind.

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Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund, dass die EU-Kapazitätsverordnung, die einen verbindlichen Rechtsrahmen schaffen soll, erst 2031 in Kraft tritt. Bis dahin unterstreichen Nagls Warnungen die Risiken von Ad-hoc-Lösungen, die die Stabilität des deutschen Schienennetzes untergraben könnten. Seine Aussagen machen deutlich, wie dringend klare, langfristige Regeln nötig sind – statt temporärer Lösungen, die später vor Gericht landen könnten.

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