Chemie- und Pharmabranche einigt sich auf Tarifvertrag mit stufenweisen Lohnerhöhungen
Greta KochChemie- und Pharmabranche einigt sich auf Tarifvertrag mit stufenweisen Lohnerhöhungen
Beschäftigte in Deutschlands Chemie- und Pharmabranche erhalten Lohnerhöhungen nach neuem Tarifabschluss
Rund 585.000 Arbeitnehmer:innen in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie werden künftig höhere Löhne erhalten, nachdem ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt wurde. Die Einigung kommt zu einer Zeit, in der der Sektor mit anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen kämpft. Es handelt sich um den ersten großen Tarifabschluss in der deutschen Industrie in diesem Jahr.
Die zwischen der Gewerkschaft IG BCE und dem Arbeitgeberverband BAVC vereinbarte Regelung gilt für 27 Monate bis Mai 2028. Die Löhne bleiben von März bis Dezember 2026 unverändert. Im Januar 2027 steigen die Gehälter dann um 2,1 Prozent, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 2,4 Prozent im Januar 2028.
Die Branche, die mit einem Umsatz von 220 Milliarden Euro zu den drei größten Industriezweigen Deutschlands zählt, leidet unter der Rezession. Hohe Energiekosten, US-Zölle, schwache Nachfrage und globale Überkapazitäten setzen die Unternehmen stark unter Druck. Konzerne wie BASF und Evonik reagieren mit Stellenabbau und Sparprogrammen.
Um die Beschäftigten zu unterstützen, zahlen die Arbeitgeber 2026 und 2027 jährlich 300 Euro pro Mitarbeiter:in in einen Fonds für Arbeitsplatzsicherheit ein. Das Volumen des Fonds beläuft sich auf etwa 350 Millionen Euro und soll dazu dienen, Arbeitsplätze zu erhalten, Mitarbeiter:innen umzuschulen und bei Bedarf die Arbeitszeit zu reduzieren.
Die Energiepreise sind seit 2018 stark gestiegen, mit einem deutlichen Anstieg nach Russlands Invasion in der Ukraine 2022. Trotz vorübergehender Rückgänge bei den Ölpreisen führten weitere Preissprünge 2026 zu anhaltend hohen Kosten. Besonders energieintensive Industrien wie die Chemiebranche sind davon schwer betroffen, was die ohnehin angespannte Lage zusätzlich verschärft.
Der Tarifvertrag sieht nicht nur Lohnerhöhungen vor, sondern adressiert auch die Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit in einer krisegeplagten Branche. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf Maßnahmen verständigt, um die Beschäftigten in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu schützen. Die Vereinbarung könnte als Vorbild für andere Sektoren dienen, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.






