11 April 2026, 00:20

Cannabis-Teillegalisierung scheitert: Warum der Schwarzmarkt in Deutschland weiter boomt

Eine Gruppe von Menschen steht um ein Auto mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild herum, umgeben von Gebäuden, Laternenmästen und einem klaren blauen Himmel, mit Papieren im Auto sichtbar.

Cannabis-Teillegalisierung scheitert: Warum der Schwarzmarkt in Deutschland weiter boomt

Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland: Zwei Jahre nach Inkrafttreten scheitert das Gesetz an seinen Zielen

Am 1. April 2024 trat in Deutschland die Teillegalisierung von Cannabis in Kraft – seitdem dürfen Erwachsene die Droge unter strengen Auflagen besitzen und konsumieren. Seitdem ist auch die Gründung nicht-kommerzieller Anbauvereine erlaubt, die Cannabis für ihre Mitglieder anbauen und verteilen. Doch zwei Jahre später gibt Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) zu, dass die Reform ihr zentrales Ziel verfehlt hat: den Schwarzmarkt einzudämmen.

Stattdessen florieren illegale Händler weiter, während gleichzeitig Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit und unerwarteter Folgen des neuen Gesetzes wachsen.

Nach den neuen Regelungen dürfen Volljährige Cannabis in begrenzten Mengen legal konsumieren und besitzen. Ab dem 1. Juli 2024 wurde zudem gemeinnützigen Anbaugemeinschaften mit bis zu 500 Mitgliedern erlaubt, Cannabis ausschließlich für den Eigenbedarf ihrer Mitglieder anzubauen und zu verteilen. Bisher hat Brandenburg 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge werden noch geprüft.

Die Landesbehörden haben seit der Einführung dieser Vereine 26 Kontrollen durchgeführt – ohne Verstöße oder Bußgelder. Die Regeln werden demnach eingehalten. Dennoch übersteigt die Nachfrage nach Cannabis bei Weitem das legale Angebot. Wie Redmann feststellt, können weder der private Anbau noch die Anbauvereine die gestiegene Nachfrage decken – eine Lücke, die illegale Händler füllen.

Die anhaltende Präsenz des Schwarzmarktes bringt zusätzliche Probleme mit sich. Das brandenburgische Innenministerium warnt, dass illegale Dealer nicht nur Cannabis verkaufen, sondern über dieselben Netzwerke auch härtere Drogen vertreiben. Gleichzeitig wachsen die Sorgen um die Verkehrssicherheit. 2025 stieg die Zahl der Verdachtsfälle von Cannabis am Steuer um 31,5 Prozent – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle unter Cannabis-Einfluss nahm leicht zu, von 115 im Jahr 2024 auf 119 im Jahr 2025.

Als Reaktion auf diese Entwicklungen stimmte die brandenburgische CDU im Februar dafür, die Teillegalisierung rückgängig zu machen und das Gesetz komplett abzuschaffen. Die Entscheidung spiegelt die wachsende Frustration über das Scheitern der Reform wider, den illegalen Handel einzudämmen, sowie die unerwünschten Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit.

Bisher hat die Cannabis-Legalisierung in Deutschland es nicht geschafft, die Vorherrschaft des Schwarzmarktes zu brechen. Illegale Händler bleiben aktiv, während gleichzeitig cannabisbedingte Verkehrsvorfälle zunehmen. Da die CDU nun auf eine Abschaffung des Gesetzes drängt, bleibt die Zukunft der deutschen Cannabispolitik ungewiss.

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