30 May 2026, 10:14

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Kritik an Abhängigkeit und steigenden Kosten

Bundesregierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Kritik an Abhängigkeit und steigenden Kosten

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Rahmenvertrag mit Microsoft bis zum 30. Juni 2027 verlängert. Die Vereinbarung, die ursprünglich Mitte 2026 auslaufen sollte, gilt nun unter unveränderten Bedingungen für ein weiteres Jahr. Kritiker bemängeln, dass dieser Schritt die Abhängigkeit von einem großen US-Technologiekonzern festigt – trotz steigender Kosten und verfügbarer Alternativen.

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Der Vertrag ermöglicht es Bundesbehörden und Fördermittelempfängern, weiterhin Microsoft-Produkte zu nutzen, selbst wenn die Preise steigen. Ab Juli 2026 wird die Bürosoftware Microsoft 365 für Nutzer im öffentlichen Sektor bis zu 13 Prozent teurer. Allein im Jahr 2022 zahlten diese Einrichtungen fast 500 Millionen Euro an das Unternehmen.

Zwar erlaubt die Vereinbarung auch die Nutzung anderer Anbieter, darunter europäische und Open-Source-Lösungen, doch Microsoft-Software bleibt in der deutschen Verwaltungslandschaft vorherrschend. Die Verlängerung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Frankreich seine eigenen Pläne vorantreibt, um Behörden schrittweise auf alternative Lösungen umzustellen.

Rebecca Lenhard, digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Entscheidung scharf. Sie argumentierte, Deutschland habe die Chance verpasst, Abhängigkeiten von US-Technologieunternehmen zu verringern und eigenständigere digitale Strategien zu verfolgen.

Die einjährige Verlängerung sichert Microsofts Produkte vorerst für deutsche Behörden – trotz höherer Kosten und der anhaltenden Debatte über digitale Souveränität. Zwar bleibt den Behörden die Möglichkeit, auf Alternativen umzusteigen, doch mit kurzfristigen Änderungen der genutzten Software ist nicht zu rechnen. Die Entscheidung der Regierung zementiert damit vorerst den Status quo.

Quelle