Brandenburgs Schulen kämpfen mit historischem Lehrermangel und Rekordschülerzahlen
Anna SchmittBrandenburgs Schulen kämpfen mit historischem Lehrermangel und Rekordschülerzahlen
Brandenburg steht vor dem schlimmsten Lehrkräftemangel seiner Geschichte – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Schülerzahlen Rekordhöhen erreichen. Die Krise verschärft sich durch Haushaltskürzungen, die 345 Vollzeitstellen im Lehrbereich streichen und Schulen damit im kommenden Schuljahr kaum noch in der Lage sind, den Pflichtunterricht abzusichern.
Das Bildungssystem des Landes war bereits zu Beginn des aktuellen Schuljahres unterbesetzt. Nun haben weitere Einsparungen die Lage zugespitzt: Viele Quereinsteiger, die Lücken hätten schließen können, bleiben unberücksichtigt. Lehrkräfte protestieren gegen die Kürzungen, die zudem die meisten Beschäftigten zwingen, eine zusätzliche Wochenstunde zu unterrichten.
Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU), der das Amt von der SPD übernommen hat, räumte ein, dass er den vollen Stellenplan für den verpflichtenden Lehrstoff nicht garantieren könne. Trotz des Personalmangels kündigte er jedoch Reformen an, die die Standards in Lesefähigkeit und Mathematik verbessern sollen.
Der Haushalt 2025 streicht die Finanzierung für 345 Vollzeitstellen – Schulen können den Bedarf damit nicht mehr decken. Da keine klaren Zahlen vorliegen, wie viele Stellen tatsächlich unbesetzt bleiben, steht das kommende Jahr unter beispiellosem Druck für die Klassenzimmer in ganz Brandenburg.
Die Kombination aus steigenden Schülerzahlen und schrumpfendem Lehrpersonal macht es nahezu unmöglich, den Pflichtunterricht flächendeckend anzubieten. Hoffmanns Reformen müssen nun gleichzeitig die Personalnot und die Bildungsstandards in einem bereits überlasteten System angehen. Die Kürzungen zwingen Pädagogen und Verantwortliche zu schwierigen Entscheidungen für das bevorstehende Schuljahr.






