BGH entscheidet über Transparenz der Schufa-Bonitätsbewertung
Fünf Privatpersonen haben die Schufa verklagt, weil sie Bedenken an der Transparenz ihres Bonitätsbewertungssystems haben. Nun muss der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden, ob die Angaben des Unternehmens den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) für automatisierte Entscheidungsfindung in Deutschland genügen.
Im Mittelpunkt des Rechtsstreits steht die Frage, wie detailliert die Schufa die Logik hinter ihren Bonitätsscores offenlegen muss. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, nicht ausreichend zu erklären, wie die persönlichen Bewertungen zustande kommen. Die Schufa hingegen betont, dass ihre aktuellen Angaben bereits den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.
Im März 2023 führte die Schufa ein neues Scoring-Modell ein, das auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf definierte Kriterien umfasst. Mit dieser Aktualisierung soll das System transparenter werden, sodass Verbraucher nachvollziehen können, welche Faktoren ihre Bewertung beeinflussen. Die vollständige Umsetzung ist bis Ende 2028 geplant.
Das Oberlandesgericht Dresden hatte zuvor entschieden, dass die Angaben der Schufa unzureichend seien. Es forderte, dass Verbraucher die zentralen Faktoren und Gewichtungen hinter ihren Scores nachvollziehen können müssen. Nun muss der BGH klären, ob dieses erweiterte Auskunftsrecht gilt – bisher ist es nur erforderlich, wenn die Bewertungen direkte vertragliche Auswirkungen haben.
Ab November 2026 treten neue Datenschutzbestimmungen in Kraft, die strengere Regeln für „materielle Scoring-Systeme“ vorsehen. Die Schufa behauptet, ihr aktualisiertes Modell erfülle bereits jetzt diese künftigen Standards.
Das Urteil des BGH könnte richtungsweisend dafür werden, wie transparent Unternehmen über automatisierte Entscheidungen sein müssen. Es wird klären, welche Informationen nach der DSGVO offengelegt werden müssen, und damit zukünftige datenbasierte Bewertungen in Deutschland prägen. Die Entscheidung wird zeigen, ob die Schufa tiefere Einblicke in die Logik ihrer Scoring-Verfahren gewähren muss.






