25 March 2026, 12:18

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt alarmierende Lücken

Titelseite der deutschen Zeitung "Weitpreubliche Zeitung" vom 13. November 1939, die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt alarmierende Lücken

Ein neuer Bericht kritisiert die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF dafür, in ihren Talkshows wirtschaftliche Themen zu vernachlässigen. Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführte Studie kommt zu dem Schluss, dass die Berichterstattung über Wirtschaftsthemen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. Zudem zeigt sie, dass in Diskussionen über die Wirtschaft zu selten Vertreter aus der Wirtschaft zu Wort kommen.

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Die INSM analysierte Talkshow-Folgen aus den Jahren 2023 und 2025 mit Fokus auf wirtschaftliche Themen. Während 2023 noch 33 Prozent der Sendungen wirtschaftspolitische Fragen behandelten, sank dieser Anteil bis 2025 auf nur noch 20 Prozent. Dieser Rückgang erfolgte in einer Phase, in der Deutschland mit anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert war.

Unter den untersuchten Formaten stach hart aber fair hervor: 39 Prozent der Folgen widmeten sich wirtschaftlichen Themen, und im Gegensatz zu anderen Sendungen wurden hier durchgehend Vertreter aus der Wirtschaft eingeladen. Dagegen schnitt Maischberger schlecht ab – in 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen kamen überhaupt keine Stimmen aus der Wirtschaft zu Wort.

Die Gästelisten aller Shows waren stark von Politikern (41 Prozent), Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent) geprägt. Unternehmer machten lediglich 5 Prozent der Teilnehmer aus, Vertreter von Wirtschaftsverbänden nur 2 Prozent. Insgesamt verzichteten 32 Prozent der Folgen mit wirtschaftlichem Bezug komplett auf Beiträge aus der Wirtschaft.

INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben warf den Sendern vor, ihrem öffentlichen Auftrag zur ausgewogenen Berichterstattung nicht gerecht zu werden. Die fehlende Einbindung von Wirtschaftsvertretern schwäche die Qualität der wirtschaftlichen Debatten, so Alsleben. Er forderte eine stärkere Beteiligung von Unternehmern, um die realen Wirtschaftsbedingungen besser abzubilden.

Der Bericht zeigt eine deutliche Verschiebung der Prioritäten in Talkshows: Wirtschaftsthemen werden seltener behandelt, und die Perspektiven aus der Wirtschaft bleiben unterrepräsentiert. Sowohl ARD als auch ZDF stehen nun unter Druck, ihre Gästeauswahl und Themenschwerpunkte anzupassen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass künftig eine breitere Repräsentation notwendig ist.

Quelle